Der alte Teil der brasilianischen Gesellschaft wächst immer schneller, während der Teil der arbeitenden Bevölkerung sinkt. / Copyright: Wikimedia Commons, Candida Performa
Der alte Teil der brasilianischen Gesellschaft wächst immer schneller, während der Teil der arbeitenden Bevölkerung sinkt. / Copyright: Wikimedia Commons, Candida Performa

Der alte Teil der brasilianischen Gesellschaft wächst immer schneller, während der Teil der arbeitenden Bevölkerung sinkt. / Copyright: Wikimedia Commons, Candida Performa

Die brasilianische Gesellschaft altert immer schneller. Doch was das Forschungsinstitut für angewandte Wirtschaft (Ipea) beunruhigt ist, dass mit dieser Alterung auch immer weniger Säuglinge geboren werden. Dies ist eines der wichtigsten Themen im neuen Buch „Novo Regime Demográfico: Uma Nova Relação entre População e Desenvolvimento Econômico“ (Neuer demografischer Wandel: Eine neue Verbindung zwischen der Bevölkerung und der wirtschaftlichen Entwicklung), das das Ipea veröffentlicht hat.

„Auf der einen Seite wächst der Bevölkerungsteil der Alten, die Vorsorge, andere Pflege und Gesundheitsausgaben erforderlich machen. Auf der anderen Seite schrumpft der Teil der arbeitenden Bevölkerung, die dafür sorgen, dass die Ausgaben gestemmt werden können. Also gibt ein Ungleichgewicht“, erklärt Ana Amélia Camarano vom Ipea in einem Interview mit der brasilianischen Nachrichtenagentur Agência Brasil.

Das Thema wird intern im Institut diskutiert. So sagte Camarano, dass sich die Gesellschaft der neuen Realität anpassen müsse, was auch ein Wirtschaftswachstum von mehr als drei Prozent im Jahr des Bruttoinlandsprodukts bedeute. Andernfalls würde das Defizit in der Vorsorge der Alten weiter wachsen.

„Wenn die Wirtschaft nicht wächst, gibt es keine Möglichkeit die Ausgaben für die ältere Bevölkerung zu bezahlen.“ Die Expertin rechnet vor, dass ein Wachstum von 3,3 Prozent pro Jahr derzeit nötig sei, um das derzeitige Verhältnis von Vorsorgeausgaben und Bruttoinlandsprodukt zu halten. Dabei liege es allerdings in den Händen der Politik zu entscheiden, an welchen Stellen Investitionen sinnvoll seien. (ls)