Der Stadtteil Marginal Pinheiros in São Paulo / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Dornicke

Der Stadtteil Marginal Pinheiros in São Paulo / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Dornicke

Die Preise für Immobilien in Brasilien sind in den letzten Jahren signifikant gestiegen. Die Summen, die man derzeit in den brasilianischen Städten Rio de Janeiro, São Paulo, Belo Horizonte, Brasília und anderen größeren Städten für Objekte aufwenden muss, haben sich seit 2008 zum Teil um über 100 Prozent erhöht und spiegeln auch den Augenmerk der Brasilianer auf einer eigenen Immobilie als Investment wieder. Es ist aber nicht nur die Nachfrage brasilianischer Käufer, die zu diesen Preissteigerungen geführt hat, sondern vor allem dienen Immobilien in den genannten Großstädten auch als Anlageform internationalen Kapitals, welches durch die internationale Krise neue, lukrative Objekte für das Investment sucht.

Das Institut für angewandte Wirtschaftsforschung (Instituto de Pesquisa Econômica Aplicada, kurz: IPEA) warnt nun in einem neuen Report sehr deutlich vor einer möglichen Immobilienblase. Die Tendenz dazu wird nicht zuletzt auch dadurch befeuert, dass die brasilianische Regierung vor allem in diesem Jahr alles unternommen hat, um die Zinsen deutlich zu senken. Die vergünstigten Kredite helfen aber nicht nur der schwächelnden Industrie bei neuen Investitionen, sondern die Kredite können auch spekulativ auf dem Immobiliensektor verwendet werden.

Das bleibt alles so lange ungefährlich, so lange nicht ein Trend zu steigenden Zinsen die Kredite wieder verteuert und Kreditnehmer vor einer Zahlungsunfähigkeit stehen. Das IPEA warnt deshalb vor dem möglichen Platzen einer Immobilienblase, in dem Fall, in dem die Zinsen wieder beginnen zu steigen. Allerdings ist Brasiliens Anteil an Krediten gemessen zur wirtschaftlichen Leistung nur 5,5 Prozent. In den USA betrug dieser Wert 65 Prozent bevor die Blase geplatzt ist. Für Brasilien kann man also nicht das gleiche Szenario erwarten wie in den USA. Die Steigerungsraten der Immobilienpreise allerdings, sind auch bei dieser noch kleinen Blase vergleichbar. (mas)