Das Land leidet laut Experte unter den gesunkenen Rohstoffpreisen. / Copyright: Wikimedia Commons, Mette Nielsen

Brasilien wird voraussichtlich erst 2017 wieder wachsen, schätzt der Ökonom Marcello Estevão, Vorsitzender der Gruppe für Regionalanalysen des Internationalen Währungsfonds (IWF). Seinen Angaben zufolge geht der Fonds davon aus, dass die Wirtschaft des Landes in diesem Jahr um drei Prozent schrumpfen und im kommenden Jahr noch einmal um ein Prozent zurückgehen wird.

Ein Bericht des IWF zeigt, dass Brasilien sich derzeit „mitten in einer Rezessionsphase“ befindet. Deshalb legt Estevão der brasilianischen Regierung nahe, der Haushaltskonsolidierung weiter nachzugehen und mit der Währungspolitik eine Senkung der Inflation zu verfolgen.

Dabei sieht er allerdings keine Möglichkeit einer schnellen Erholung der Wirtschaft. „Die Sorge ist jetzt, eine Lösung zu finden für die Verbesserung der Wirtschaftsstruktur, und das beste ist momentan sich auf die Bedingungen zu konzentrieren, die diese Verbesserung fördern.“

Der Bericht analysiert den Rhythmus der wirtschaftlichen Aktivitäten weltweit, wobei ein besonderer Fokus auf die Wachstumsaussichten gelegt wird, die noch moderat bleiben, sowohl auf kurze als auch auf lange Sicht. Laut dem Bericht verläuft die Erholung der fortgeschritteren Volkswirtschaften allerdings schneller, auch wenn die Vorhersagen noch von einer besseren Entwicklung ausgegangen waren, wie die brasilianische Nachrichtenagentur Agência Brasil schreibt.

„Die internationalen Preise für Rohstoffe sind gesunken, was stärker die Hersteller- als die Konsumentenländer beeinträchtigt. Da Lateinamerika eine Exportregion von Rohstoffen ist, geht es der Wirtschaft schlechter als in anderen Regionen der Welt“, so Estevão. (ls)

Quelle: Agência Brasil