Die Hauptverwaltung des IWF in Washington D.C. / Copyright: Internationaler Währungsfond

Die Hauptverwaltung des IWF in Washington D.C. / Copyright: Internationaler Währungsfond

Die Zeichen stehen auf einem sehr geringem Wachstum. Dies ist nichts Neues, weder für Ökonomen noch für die brasilianische Regierung selbst, die nichts unterlassen hat in diesem Jahr, um die wirtschaftliche Aktivität durch fiskal- und finanzpolitische Maßnahmen zu stimulieren. Gestern (08.10.) gab der Internationale Währungsfond (IWF) bekannt, dass auch er seine derzeitige Wachstumsprognose für Brasilien von 2,5 Prozent auf 1,5 Prozent für dieses Jahr absenken wird. Damit vollzieht die globale Finanzinstitution, was sich bereits an einer Reihe von Indikatoren in den letzten Monaten hatte ablesen lassen. Brasilien leidet stärker unter der globalen Krise als der Durchschnitt der anderen lateinamerikanischen Länder.

Während die durchschnittliche Erwartung für das Wachstum in den anderen Ländern Lateinamerikas mit 3,2 Prozent fast auf dem Niveau vom Vorjahr liegt, trifft die globale Krise Brasilien besonders hart. Dies ist in so weit nicht verwunderlich, als Brasilien einer der größten Exporteure von Erdöl und von anderen Rohstoffen auf dem Kontinent ist und damit viel stärker als die anderen Länder von der globalen Nachfrage abhängt.

Für das kommende Jahr sieht der Bericht des IWF allerdings weiterhin positive Zeichen und erwartet deshalb ein wirtschaftliches Wachstum von vier Prozent. Obwohl diese Aussichten gut sind, enthält der Bericht auch einige Warnungen vor allem in Bezug auf die aktuelle Finanzpolitik Brasiliens. So ist die momentane schnelle Ausweitung der vergebenen Kredite ein Risikofaktor, denn Zahlungsausfälle könnten schnell in eine Krise führen. Allerdings empfiehlt der IWF vor allem finanzpolitische Maßnahmen, um der derzeitigen wirtschaftlichen Situation zu begegnen. Insbesondere ein weiteres Absenken des Leitzins Selic hält der IWF für ein geeignetes Mittel. Damit würden aber auch die Kredite weiter verbilligt und das Risiko für eine Krise durch den Zahlungsausfall von Schuldnern wäre noch größer. (mas)