IWF stuft Brasiliens BIP um 1,3 Prozentpunkte zurück. / Copyright: Wikimedia Commons

Brasilien erlebt die größte Zurückstufung in den Erwartungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für das Wirtschaftswachstum in 2015 und 2016 gegenüber anderen Schwellen- und Entwicklungsländern. Für dieses Jahr stufte der Fonds die Prognose von einem Zuwachs des BIP um 0,3 Prozent auf ein Minus von 1 Prozent zurück – angesichts von fiskalischen Anpassungen, den hohen Zinsen und der schwachen Zuversicht des Privatsektors.

Für 2016 wurde die Wachstumserwartung von 1,5 auf 1 Prozent zurückgesetzt. Die Erwartungen für Brasilien liegen damit deutlich unter dem erwarteten Durchschnittswert der Entwicklungsländer – in diesem Jahr liegt der bei 4,3 Prozent – und insbesondere unter dem Wert für China von 6,8 Prozent und dem für Indien von 7,5 Prozent. Unter den Brics-Ländern wird voraussichtlich nur Russland ein schlechteres Ergebnis vorweisen.

In Südamerika wird Brasilien nur besserals Venezuela abschneiden, dessen Wirtschaft in diesem Jahr um sieben Prozent schrumpfen soll. Die Daten sind Teil des Berichts „Panorama Weltwirtschaft“ (WEO), der am Denstag (14.04) veröffentlicht wurde. „Die Vereinbarung der brasilianischen Autoritäten zur Bekämpfung des fiskalischen Defizits und zur Minderung der Inflation wird helfen, wieder Vertrauen in die makroökonomische Politik zu wecken, auf kurze Sicht wird dies aber weiter die Nachfrage hemmen.“

Des Weiteren geht der Fonds in seinem Bericht davon aus, dass sich die Erwartungen für Südamerika weiter eintrüben werden, aufgrund der niedrigeren Rohstoffpreise sowie der Dürre. (ls)

Quelle: Valor Econômico