Rose de Freitas ist die erste Frau, die in Espírito Santo auf den Senatorposten gewählt wurde. / Copyright: Agência Brasil
Rose de Freitas ist die erste Frau, die in Espírito Santo auf den Senatorposten gewählt wurde. / Copyright: Agência Brasil

Rose de Freitas ist die erste Frau, die in Espírito Santo auf den Senatorposten gewählt wurde. / Copyright: Agência Brasil

Erneut ist der Anteil der gewählten Frauen nach den Wahlen jenseits der Erwartungen von Gruppen der Frauenbewegungen geblieben, die für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Politik kämpfen. Wie das Ergebnis der Urnenauswertung zeigt, hat sich die Präsenz von Frauen sowohl in der Gesetzgebung als auch in der Verwaltung der einzelnen Bundesstaaten verringert.

Im Abgeordnetenhaus gibt es aktuell 46 Frauen mit einem Mandat. 2010 wurden 52 Frauen gewählt, wobei sechs von ihnen nicht ihren Dienst im Abgeordnetenhaus angetreten haben, um andere politische Ämter wahrzunehmen. Mit der neuen Wahl hat sich die Zahl der gewählten Frauen auf 49 verringert. Dabei ist allerdings noch nicht abzusehen, ob in den nächsten vier Jahren der Legislaturperiode weitere Frauen als Stellvertreter für Abgeordnete in das Abgeordnetenhaus einziehen werden.

Im Senat stellt sich die Situation etwas besser dar.Derzeit gibt es dort zehn Senatorinnen von insgesamt 81. Im kommenden Jahr wird das Mandat von vier dieser Frauen enden, zwei haben sich aber bereits für eine weitere Amtszeit entschieden: Kátia Abreu und Maria do Carmo. Ivonete Dantas und Ana Rita, die als Stellvertreter in den Senat gekommen sind, werden ihr Amt verlieren. Bei der Wahl am Sonntag (5. Oktober) wurden drei Frauen zu Senatorinnen gewählt: Rose de Freitas, Simone Tebet und Fátima.

In den Regierungen der Bundesstaaten ist die Zahl der Frauen allerdings zurückgegangen. In 2010 wurden noch zwei Frauen zu Gouverneurinnen gewählt, dieses Mal schaffte es nicht eine einzige den Posten im ersten Durchlauf zu erobern. Allein Suely Campos im Bundesstaat Roraima hat es in die zweite Runde geschafft, wo sie sich gegen den Herausforderer Chico Rodrigues behaupten muss.

Die Ergebnisse sind noch weit von der Quote von mindestens 30 Prozent an weiblichen Kandidaten in gewählten Ämtern entfernt. Für die Vorsitzende des Frauenzentrums für Studien und Beratung (Cfemea), Guacira Cesar de Oliveira, liegt die Schwierigkeit der Frauen neben anderen Faktoren darin, dass die Parteien zu wenig investieren. „Als die Parteien dazu verpflichtet wurden, die Quoten zu erfüllen, schufen sie nur Regelung, um Frauen als Kandidaten aufzustellen. Aber sie haben keine wirklichen Bedingungen geschaffen, damit diese Frauen auch gewählt werden konnten.“ (ls)