Karneval in Rio de Janeiro / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, S. Luiz

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Laut des Leiters des staatlichen Sekretariats für wirtschaftliche Entwicklung in Rio de Janeiro (Secretaria Estadual de Desenvolvimento Econômico do Rio de Janeiro, kurz: SEDEIS), Luiz Carlos Prestes Filho, würde neben der Fußball-WM 2014 und den Olympischen Spielen 2016 der Karneval eine der Hauptquellen sein, Geschäfte zu machen sowie Arbeitsplätze und Einkommen in Brasilien zu schaffen.

„Der Karneval wird dieses Jahr 850.000 Touristen anziehen und ca. 628 Millionen US-Dollar einbringen“, so Prestes Filho. Das stelle ein Wachstum von zwölf Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr dar. Um die Bedeutung des Karnevals hervorzuheben, erinnerte er daran, dass für die Fußball-WM voraussichtlich 700.000 Besucher nach Brasilien kommen werden.

Unter den Bereichen, die am Großereignis beteiligt sind, nannte Prestes Filho die Tourismusbranche, das Transportwesen, die Herstellung von Musikinstrumenten, das Fernsehen und Radio, die Grafikindustrie und Verlage, Theater, Eventunternehmen sowie Hotelgewerbe, Gastronomie und Getränkeindustrie.

In der Zeit des Karnevals werden im Laufe des Jahres 250.000 temporäre Stellen geschaffen. In dem größten Einkaufszentrum unter freiem Himmel in Lateinamerika in der Region SAARA (Sociedade de Amigos das Adjacências da Rua da Alfândega), die im Zentrum Rio de Janeiros liegt, würden Händler zur Karnevalszeit die höchsten Umsätze erwirtschaften und müssten auch viermal so viele Angestellte einstellen.

Viele der befristeten Angestellten hätten danach die Möglichkeit, Festangestellte zu werden. Auch Hotels, Restaurants, Tourismusagenturen sowie das Transportwesen stellen neue Arbeiter ein.

Des Weiteren erinnerte Prestes Filho an die produktiven Zentren des Karnevals, die während des ganzen Jahres für die Vorbereitungen arbeiten, vor allem in der Herstellung und Stickerei. Eines dieser Zentren liege im Süden des Bundesstaats, der Gemeinde Barra Mansa.

„Mehr als 700 Sticker produzieren 39 Millionen Kleidungsstücke für die Sambaschulen in Rio de Janeiro und São Paulo. 80 Prozent der Produktion geht an diese Schulen. 20 Prozent werden sogar nach Japan, England, Frankreich, Portugal und in die USA verschickt“, so Prestes Filho. (ds)