Auch für die Fischer ist das Datenleck ein Problem. / Copyright: Agência Brasil

Die Regierung, Fischereibetriebe und selbst die Fischindustrie sind sich darüber einig, dass die Planung des Fischfangs in Brasilien dringend verbessert werden muss. Trotz des großen wirtschaftlichen Potenzials für das Land in diesem Sektor sieht das Ministerium für Fischfang und Aquakultur ein, dass die Bereiche Überwachung und Management des Fischfangs in den vergangenen Jahren nicht weiterentwickelt wurden. Seit 2008 schon sammelt das Land keine nationalen Daten mehr über den Fischbestand in seinen Gewässern, was ein effizientes Management unmöglich macht.

Nach Ansicht des Sekretärs für Planung und Verwaltung der Fischerei des Ministeriums, Fábio Hazin, sind die negativen Auswirkungen dadurch erheblich. „Die Tatsache, dass Brasilien einige Jahre mit der Erfassung der Daten hinterher hängt, hindert uns daran, eine angemessene Planung für die Fischerei zu erstellen, da wir eigentlich gar nicht planen und verwalten können“, so Hazin.

Daher ist für ihn die größte Herausforderung nun das System zur Datenerhebung wieder aufzubauen, dass bis zur Gründung des Ministeriums in 2003 vom brasilianischen Ministerium für Umwelt und natürliche Ressourcen (Ibama) geführt wurde.

Laut dem Fischer Antônio Vieria, der seit 53 Jahren in der Branche arbeitet, behindern die fehlenden Informationen auch die Fischer selbst. „Durch die fehlende Überwachung werden die Fischer für Probleme verantwortlich gemacht, die nicht durch sie verursacht wurden wie etwa die Überfischung, die Umweltverschmutzung und die Zerstörung der Auwälder, was Auswirkungen auf die Menge an gefangenen Fischen hat“, sagte der Fischer aus der Gemeinde Laguna in Santa Catarina.

Trotz fehlender Daten gibt das Ministerium eine Schätzung über den Fischfang ab. In 2013 sollen rund 765.000 Tonnen gefangen worden sein. (ls)

Quelle: Agência Brasil