Brasilianer der Klasse C gehen zusätzlich jobben, um mehr Geld zu verdienen. / Copyright: Agência Brasil

Die derzeitige Instabilität der brasilianischen Wirtschaft zwingt die Klasse C dazu nach Strategien zu suchen, um die Krise zu umgehen. Zu diesem Schluss kommt der Präsident des Marktforschungsinstituts „Data Popular“, Renato Meirelles. Zu der Klasse C gehören diejenigen, die zwischen 338,01 und 1.184 Reais pro Monat verdienen.

Das Einkommen der Mittelklasse, zu der auch die Klasse C gehört, und die 56 Prozent des Gesamtbevölkerung ausmacht, ist in den vergangenen zehn Jahren zwischen 2005 und 2015 um 71 Prozent gewachsen. Im Jahr 2005 belief sich der Konsum der Klasse C auf etwa 791,47 Milliarden Reais und in diesem Jahr liegt die Prognose bei 1,35 Billiarden Reais, so Meirelles.

Die jüngste Studie des Instituts zeigt, dass sich der Pessimismus vor allem auf die Situation des Landes bezieht: 55 Prozent der Klasse C erwarten eine Verschlechterung der Beschäftigungssituation in diesem Jahr und 79 Prozent glauben, dass die Preise weiter steigen werden.

Davon abgesehen seien die Befragten jedoch optimistisch, was ihre persönliche Situation betrifft, so Meirelles. „62 Prozent glauben, dass sich ihre Lebenssituation verbessern wird, da sie an sich selbst glauben, an ihre eigenen Fähigkeiten zu wirtschaften. Sie suchen nach den günstigsten Preisen, sparen bei Stromausgaben und kaufen im Großhandel ein.“

Der Präsident von Data Popular berichtet zudem, dass die Brasilianer der Klasse C nach zusätzlichen Einkommen suchen. Der Studie zufolge gehen 42 Prozent der Arbeitnehmer bereits jobben, um mehr zu verdienen. „Lehrer geben Unterricht an Privatschulen, Büroangestellte arbeiten am Wochenende als Kellner und andere stellen Süßigkeiten zum Verkauf an Kollegen her. Das heißt, sie tun alles, um nicht beim Konsum einzubüßen.“ (ls)

Quelle: Agência Brasil