Rentner, die später sich zur Ruhe setzen, profitieren vom Vorsorgefaktor / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Eduardo P.

Rentner, die später sich zur Ruhe setzen, profitieren vom Vorsorgefaktor / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Eduardo P.

Man mag es kaum glauben und doch ist es das erste Mal seit zehn Jahren, dass sich etwas an der Rentenhöhe in Brasilien durch den so genannten Vorsorgefaktor ändert. Dieser wurde eingeführt, um die jeweils aktuelle Rentenhöhe mit der Sterblichkeit und der Bezugsdauer zu koppeln. Anders als man erwarten würde, steigt bei wachsender Lebenserwartung die Rentenhöhe entsprechend für diejenigen Personen, die zukünftig Rente beziehen werden und über eine Altersgrenze von 55 Jahren hinweg arbeiten gehen. Allerdings ist die tatsächliche  Steigerung an die erwartete Bezugszeit gekoppelt, weshalb diejenigen am meisten profitieren, die spät in Rente gehen. Von diesen möglichen Steigerungen können alle zukünftigen Rentner profitieren, die zwischen Dezmber 2012 und November 2013 in Rente gehen werden.

Insgesamt beläuft sich die erwartete Erhöhung auf einen Betrag zwischen fünf bis 100 Reais (ca. 1,80 bis 36 Euro) monatlich. Der Zuschlag ist stark an das Renteneintrittsalter gekoppelt und es bekommt derjenige den höchsten Zuschlag, wer sich erst mit 80 Jahren zur Ruhe setzt. Deswegen gibt es auch starke Kritik am so genannten Vorsorgefaktor, da dieser diejenigen brasilianischen Arbeiter benachteiligt, die Aufgrund ihrer Lebens- und Bildungsbiografie sehr frühzeitig in das Arbeitsleben einsteigen. Da bei der Berechnung nicht die Lebensarbeitszeit, sondern nur das Renteneintrittsalter herangezogen wird, sind es vor allem Gewerkschaften, die ihre Kritik zum Ausdruck bringen. (mas)