Kommunalwahl Brasilien: Weniger Kandidaten für Präfekturen

13.08.2012 | Politik |

Anhänger auf einer Wahlparty der Partei PMDB in 2010 / Copyright: Wikimedia, A. Marriot

In diesem Jahr werden in Brasilien auf der lokalen Ebene viele der Ämter neu vergeben. Eines der wichtigen dabei ist das des Präfekten, der in etwa dem deutschen Oberbürgermeister entspricht. Für viele Wähler bleibt in diesem Jahr die Wahl für dieses Amt zwischen „nein“ und „ja“ und nicht zwischen einer Auswahl an Kandidaten. In insgesamt 104 Gemeinden Brasiliens hat sich nur ein Kandidat für das Amt des Präfekten in die Wahlliste eintragen lassen und damit bleibt den Wählern in diesen Orten keine Wahl. Dies entspricht allerdings nur rund zwei Prozent aller Gemeinden, in denen eine Wahl zum Präfekten in diesem Jahr ansteht.

Auch für den Bereich São Paulo trifft die Kandidatenknappheit zu. In dem erweiterten Großraum São Paulo stehen in 17 Städten und Gemeinden jeweils nur ein Kandidat zur Auswahl und dies obwohl diese Gemeinden keine Kleingewichte sind. Bis zum Teil 35.000 Einwohner habe diese Gemeinden, in denen sich nur ein Kandidat für die Wahl bereit erklärt hat.

Warum dies so ist lässt sich nur erahnen, heftet der Politik in Brasilien doch noch immer der Stempel des Günstlings- und Vetternwirtschaft an. Die jüngsten Veröffentlichungen und Debatten um Korruption wie die Entlassung des Senators Demóstenes Torres, der beschuldigt wird in Glücksspielgeschäfte verwickelt zu sein, tragen sicherlich ihr übriges dazu bei, dass der Ansturm auf politische Ämter nicht überall sehr groß ist. (mas)


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