Bioethanolanlagen sollen zu integrierten Bioraffinerien ausgebaut werden. / Copyright: Wikimedia Commons

Obwohl Brasilien als das Land der Biomasse und Bioabfälle aus der Landwirtschaft gilt, verfügt das Land bislang nicht über ein Konzept für den Ausbau von Bioethanolanlagen zu integrierten Bioraffinerien, um die Rohstoffe zu verarbeiten wie es derzeit auf Grundlage von Öl gemacht wird, um Produkte für die petrochemische Industrie herzustellen, sagt der Chemie-Ingenieur Eduardo Falabella, der den Vorsitz beim 3. Internationalen Kongress für Katalyse für Bioraffinerien (CatBior) in Rio de Janeiro hatte.

Die Veranstaltung fand zum ersten Mal in Amerika statt. Die Teilnehmer disktuierten Vorschläge zur Verbesserung der Nutzung von Biomasse. Für Falabella sind diese Diskussionen sehr wichtig. „Hier auf dem Kongress werden mögliche Wege beleuchtet, damit auch Brasilien die komplette Verarbeitung möglich machen kann, damit auch wir die klassischen Produkte der Petrochemie herstellen können.“ Derzeit verfügt das Land über zwei große Bioethanolanlagen.

Laut Falabella sprechen die Teilnehmer aus 23 Ländern zum Beispiel darüber, wie Kerosin aus Biomasse hergestellt werden kann. „Wir untersuchen, wie man andere Arten von Kraftstoff herstellen kann, um Diesel zu ersetzen, etwa auf Basis von Zuckerrohrbagasse.“

Andere Möglichkeiten schließen die Gewinnung von Monomeren ein – Moleküle oder chemische Verbindungen mit niedrigem Molekulargewicht, die durch eine Reaktion untereinander andere Verbindungen möglich machen – um andere Arten von Kunststoffen zu gewinnen, die Derivate von Erdölprodukten ersetzen können sowie Benzin. (ls)

Quelle: Agência Brasil