Eine Schneise der Zerstörung durch die Schlammlawine bei der Ortschaft Mariana. / Copyright: Agência Brasil Mariana (MG) - Barragens de Santarém e Fundão que romperam na quinta feira (5), trazendo destruição à zona rural de Mariana, em Minas Gerais. (Antonio Cruz/Agência Brasil)

Das für den Dammbruch am 5. November verantwortliche Bergbauunternehmen Samarco hat alle Zahlungen von Gehältern sowie an Zulieferunternehmen ausgesetzt. Grund sind durch die Justiz blockierte Konten des Unternehmens. Das zuständige Amtsgericht von Mariana, dem Bezirk der Unfallstelle, hatte zuvor die Anweisung zum Einfrieren der Konten gegeben, berichtet die Zeitung Valor Econômico.

Demnach teilte Samarco am Freitag (27.11.) mit, dass es derzeit keine Zahlungen tätigen könne infolge von Maßnahmen, die „nicht in ihrem Einfluss“ stünden. Samarco hat deshalb gegen die Blockierung der Konten beim zuständigen Gericht in Mariana Einspruch erhoben und hofft auf die Freigabe der Gelder.

Der Rechtsstreit hat am Mittwoch (25.11.) begonnen. Nach Auskunft des zuständigen Richters Frederico Gonçalves ist Samarco zu diesem Zeitpunkt den Auflagen zur Zahlung einer Entschädigung an Opfer des Dammbruchs in Höhe von 300 Millionen Reais (etwa 74 Mio. Euro) nicht nachgekommen. Stattdessen habe das Unternehmen 292 Millionen Reais von seinen Konten verschwinden lassen, so Gonçalves. Nur acht Millionen Reais (etwa zwei Mio. Euro) hätten sich zu dem Zeitpunkt auf dem Konto befunden.

Unter Aufsicht der Zentralbank hat das Gericht daraufhin die Anweisung zum Einfrieren aller Konten gegeben, bis die fehlenden 292 Mio. Reais vollständig seien.

Die Blockade der Konten stellt Samarco vor ernsthafte Schwierigkeiten. Die Samarco ist ein Joint Venture des brasilianischen Bergbaugiganten Vale und des Weltmarktführers BHP Billiton. (ms)

Quelle: Valor Econômico