Nach zu viel Druck auf den Konzern tritt die Chefin von Petrobras, Maria das Graças Foster, am Mittwoch 04.02. zurück. / Copyright: Agência Brasil
Nach zu viel Druck auf den Konzern tritt die Chefin von Petrobras, Maria das Graças Foster, am Mittwoch 04.02. zurück. / Copyright: Agência Brasil

Nach zu viel Druck auf den Konzern tritt die Chefin von Petrobras, Maria das Graças Foster, am Mittwoch 04.02. zurück. / Copyright: Agência Brasil

Die Vorsitzende des staatlichen Erdölkonzern Petrobras, Maria das Graças Foster, sowie weitere fünf Vorstandsmitglieder sind am gestrigen Mittwoch (04.02.) zurückgetreten. Die Vorstandsmitglieder um Graças Foster reagieren damit auf den Korruptionsskandal um den Konzern sowie die Ermittlungen gegen frühere hochrangige Vertreter des Unternehmens. Die Börse in São Paulo, Bovespa, bestätigte im Tagesverlauf das anfängliche Gerücht vom Rücktritt, wie die Nachrichtenagentur Agência Brasil berichtet (04.02.).

Wie ferner bekannt wurde, erbat die Bovespa zu Handelszeiten bei der Bundesregierung Klarheit über die Information, dass Graças Foster durch das Präsidialamt ihres Amtes enthoben wurde oder freiwillig zurückgetreten sei. Angesichts des laufenden Aktienhandels und der ungewissen Besetzung der Petrobras-Spitze forderte Börse São Paulo schnellstmögliche Aufklärung über den Verbleib des Vorstands, so Agência Brasil.

Wie der Erdölkonzern daraufhin bekannt gab, setze sich der Aufsichtsrat am morgigen Freitag (06.02.) zusammen, um neue Vorstandsmitglieder zu bestimmen. Damit bestätigte er schließlich den Abgang der Konzernspitze.

Noch zu Jahresbeginn hatte sich die wieder gewählte Präsidentin Dilma Rousseff vor Graças Foster gestellt und dieser ihr vollstes Vertrauen ausgesprochen. Sie könne „keinerlei Anzeichen für Unregelmäßigkeiten im Vorstand von Petrobras erkennen“, so Rousseff damals vor Journalisten. Diese hätte sich auch nach wie vor nicht bestätigt. Doch scheint der Vorstand dem anhaltenden Druck auf die Konzernspitze zu weichen.

Im Rahmen der Ermittlungen der Bundesstaatsanwaltschaft (Ministério Público Federal, MPF) gegen Scheinfirmen, Kartellbildung und Absprachen bei Aufträgen durch die Petrobras an Untervertragsfirmen wurde zuletzt bekannt, dass so rund 2,1 Milliarden Reais (etwa 720 Mio. Euro) veruntreut wurden (BrasilNews berichtete, 30.01.2015). (ms)

Quelle: Agência Brasil