Brasiliens größter Hafen Porto de Santos / Copyright: Agência Brasil minplanpac /Creative Commons
Brasiliens größter Hafen Porto de Santos / Copyright: Agência Brasil minplanpac /Creative Commons

Brasiliens größter Hafen Porto de Santos / Copyright: Agência Brasil minplanpac /Creative Commons

Brasilien setzt immer mehr auf den Außenhandel. Besonders die infrastrukturellen Schwächen in den Häfen und im Güterverkehr stehen dem jedoch noch im Wege. Nachdem noch letzte Woche auf einer Fachtagung in Rio de Janeiro konkrete Aktionen von der Regierung gefordert wurden, um diese Schwachpunkte zu beheben, wurde nun ein Konzessionsprogramm zur Modernisierung der Häfen angekündigt. Der Chef der Anstalt für Planung und Logistik (Empresa de Planejamento e Logística, Kurz: EPL), einer semistaatlichen Organisation, Bernardo Figueiredo, kündigte an, dass die Regierung in der zweiten Oktoberhälfte ein Konzessionsprogramm zur Stimulation des privaten Sektors initiieren wird. Ziel sei dabei die Kosten der Produktabnahme in den Häfen um bis zu 30 Prozent zu senken, um damit den Export anzukurbeln. Dazu sind, laut Figueiredo, insgesamt 30 bis 40 Milliarden Reais notwendig, die maßgeblich durch Investitionen aus dem privaten Sektor fließen sollen.

Im Rahmen eines Treffens zu Fragen des Transports, der Infrastruktur und urbaner Mobilität kündigte Figueiredo die anstehenden Projekte an, für die Investitionen dringend notwendig werden. So ist ein neuer Hafen bei Ilhéus, in der südlichen Region des Bundesstaates Bahia, geplant, der gleichzeitig an das existente Schienennetz vom Westen in den Süden des Bundesstaates angeschlossen werden soll. Ein weiterer Hafen ist für die Amazonasmetropole Manaus geplant, um den Norden des Landes zu erschließen.

In der Frage der Modernisierung der bereits existenten Häfen liegt der Schwerpunkt vor allem darauf, die Verladekapazitäten der Häfen deutlich aufzustocken. Im Hinblick auf Kosteneinsparungen bei Lagerung und Transport, gilt es ebenfalls, die bestehenden Lagerkapazitäten durch den Bau neuer Lagerhallen zu erhöhen.

Figueiredo verteidigte auch die Art der Finanzierung durch sogenannte PPPs (public-private partnerships) in den Häfen: „Die neuen Häfen sollten, soweit das möglich ist in dieser Form finanziert werden. Denn Brasiliens Schwachstelle ist die Zeit, die zwischen einer Geschäftsentscheidung und der wirklichen Ausführung vergeht. Das dauert mitunter zwei Jahre. Und das hat auch etwas mit der Infrastruktur zu tun. Wenn wir auf den internationalen Markt wollen, müssen wir uns dem infrastrukturellen Standart der Anderen anpassen. Und das hat seine Kosten“, betonte Figueiredo. (er)