Der digitale Ausbau zwischen Brasilien und Europa soll ohne Zusammenarbeit mit US-amerikanischen Firmen geschehen. Copyright WikiCommons Lsgeeks
Der digitale Ausbau zwischen Brasilien und Europa soll ohne Zusammenarbeit mit US-amerikanischen Firmen geschehen. Copyright WikiCommons Lsgeeks

Der digitale Ausbau zwischen Brasilien und Europa soll ohne Zusammenarbeit mit US-amerikanischen Firmen geschehen. / Copyright: Wikimedia Commons, Lsgeeks

Im Zuge der Enthüllungen des ehemaligen NSA-Mitarbeiters Edward Snowden über die weltweiten Spionageaktivitäten US-amerikanischer und britischer Geheimdienste plant Brasilien ein Unterseekabel für die Telekommunikation ohne die Beteiligung der USA zu legen. Das Breitbandkabel soll das südamerikanische Land über Portugal mit Europa verbinden. Nun wurde bekannt, dass die brasilianische Regierung auch private US-Konzerne von der Zusammenarbeit ausschließen will, wie das Nachrichtenportal Contrainjerencia berichtete (11.11.). Die Präsidentin Dilma Rousseff verwies darauf, dass Unterseekabel das Hauptziel US-amerikanischer Überwachung seien.

Stattdessen werde das für die Umsetzung des Vorhabens zuständige staatliche Unternehmen Telebras auf die Zusammenarbeit mit Konzernen aus Ländern Europas, Asien und Afrika, wie beispielsweise Alcatel, Huawei oder Ericsson, zurückgreifen. Branchenkenner wiesen jedoch darauf hin, dass nur wenige Projekte solchen Umfangs ohne Kooperation mit Unternehmen aus den USA umzusetzen seien, wie Contrainjerencia schreibt. Vielerorts fehle das nötige Know-how. Dennoch zeige das Umdenken vieler Regierungen nach Bekanntwerden der Spionage wirtschaftliche Auswirkungen auf US-Konzerne. Von der Entscheidung der brasilianischen Regierung sei vor allem das Unternehmen Cisco betroffen, dessen weltweite Umsätze seit den Spionageenthüllungen massiv gesunken seien, wie das Nachrichtenportal schreibt. Cisco hatte noch im Jahr 2012 angekündigt, eine Milliarde US-Dollar in Brasilien investieren zu wollen. Unter anderem sollte es am Bau von Unterseekabeln beteiligt werden.

Der Beginn des Kabelprojektes mit einer Konstruktionsdauer von 18 Monaten ist für die erste Hälfte des Jahres 2015 geplant. Gegen Ende 2016 soll die Verbindung zwischen der Stadt Fortaleza im Nordosten Brasiliens und Lissabon stehen. Darüber hinaus plant die Regierung unter Rousseff die digitale Infrastruktur auch nach Afrika und Asien auszubauen, ohne dabei über Strukturen der USA gehen zu müssen. Die Abkehr von US-Beteilungen werten Analysten auch als Chance für die Entwicklung digitaler Industrien in anderen Weltregionen. (ms)