Der brasilianische Verteidigungsminister Celso Amorim / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Verteidigungsminister Celso Amorim / Copyright: Agência Brasil

Zwischen dem brasilianischen Justiz- und dem Verteidigungsministerium ist ein Konkurrenzstreit darüber entfacht, welche der beiden Instanzen die Verantwortung für die Koordinierung der Sicherheitsvorkehrungen bei den geplanten Megaevents in den kommenden zwei Jahren übertragen bekommen soll. Bisher scheint das Verteidigungsministerium als Gewinner aus dem Wettstreit hervorzugehen. Die Koordinierung solcher Megaevents garantiert dem zuständigen Ministerium in erster Linie Haushaltsmittel: Letztes Jahr erhielt das Militär 618 Millionen Reais (etwa 274 Millionen Euro), um die Sicherheit der Militärischen Spiele zu organisieren.

Den Streitkräften wurde die Sicherheitskoordinierung der Rio+20 Konferenz, die im Juni diesen Jahres in Rio stattfinden wird, übertragen. Von den 430 Millionen Reais (ca. 190 Millionen Euro) Gesamtbudget des Events, wird mit 211 Millionen Reais (rund 93 Millionen Euro) knapp die Hälfte in die Sicherheit investiert.

Das Militär sehe die anstehende Rio+20 Konferenz als Einstieg dafür, ihre Präsenz auch beim Weltjugendtag, zu dessen Anlass auch der Papst anwesend sein werde, und bei den Fußball-Südamerikameisterschaften 2013, sicherstellen zu können. Das wichtigste Ziel bleibe jedoch die Weltmeisterschaft 2014. Der Verteidigungsminister, Celso Amorim, wies darauf hin, dass die endgültige Entscheidung jedoch bei der brasilianischen Präsidentin, Dilma Rousseff, und nicht bei den Ministerien liege.

Aus Angst, das Image der Spiele könne unter Bildern von Panzern und bewaffneten Männern auf den Straßen Brasiliens leiden, befürworten weder die FIFA noch das Komitee für die Olympischen Spiele die Präsenz des brasilianischen Militärs bei den Veranstaltungen. Das  Verteidigungsministerium reagierte darauf mit einer Pressemitteilung, in der es versicherte, dass mit Hilfe von Kameras, Intelligenz und schneller Mobilisierung der Truppen eine „unsichtbare Sicherheit“ gewährleistet werde. (jv)