Die Lieferanten der Rohstoffe verlangen bereits höhere Preise, doch im Supermarkt lassen sich diese nur schwer an den Verbraucher weitergeben - die Kosmetikindustrie steht unter Druck. / Copyright: Wikimedia Commons, Quadell
Die Lieferanten der Rohstoffe verlangen bereits höhere Preise, doch im Supermarkt lassen sich diese nur schwer an den Verbraucher weitergeben - die Kosmetikindustrie steht unter Druck. / Copyright: Wikimedia Commons, Quadell

Die Lieferanten der Rohstoffe verlangen bereits höhere Preise, doch im Supermarkt lassen sich diese nur schwer an den Verbraucher weitergeben – die Kosmetikindustrie steht unter Druck. / Copyright: Wikimedia Commons, Quadell

Um unter dem aktuellen Inflationsdruck den Umsatz nicht zu riskieren, verschiebt die Hygiene- und Kosmetikindustrie die geplante Preiserhöhung und will die Kosten für den Verbraucher schrittweise anpassen. Unternehmen der Branche haben in diesem Jahr damit begonnen, zwei Tabellen für die Preisanpassung auszuarbeiten mit eben dem Ziel, nicht mit einem Mal die volle Preiserhöhung anzusetzen, sagt Joao Carlos Basilio, Präsident des Verbands Abihpec, ein Zusammenschluss von Herstellern etwa von Shampoo und Deodorants. Damit soll verhindert werden, dass der Verbraucher abgeschreckt wird.

„Anstatt eine Preiserhöhung von sechs bis acht Prozent mit einem Mal zu berechnen, wird die Erhöhung in zwei Schritten erhöhen mit jeweils drei oder vier Prozent“, so Basilio. Bis zum vergangenen Jahr wurden die Preistabellen der Branche dem Markt generell nur ein Mal präsentiert. „Zu Zeiten einer Hyperinflation wurden die Tabellen monatlich angepasst, manchmal auch täglich.“ Als Lieferanten der Supermärkte seien die Unternehmer in einer Zwickmühle – da die Preisanpassungen warten müssen. Auf der anderen Seite würden die Lieferanten der Rohstoffe bereits höhere Preise verlangen.

Claudio Czapski von der Vereinigung für Industrie und Handel ist angesichts der geplanten zweifachen Preisanpassung skeptisch. „Anstatt die Situation zu verbessern, könnte sie dadurch sogar schlechter werden, denn die zweite Erhöhung kommt auf eine bereits angesetzte Erhöhung noch oben drauf.“

Eine Studie des Marktforschungsunternehmens Nielsen zeigt, dass die Unternehmen neben der Einführung der doppelten Preiserhöhung auch mehr Werbung um Kunden machen. „Dies zeigt die Schwierigkeiten, die neuen Preise durchzusetzen. Die Situation ist sehr schwierig für die Unternehmen“, sagt Ilo Souza, Analyst bei Nielsen. (ls)