Eine der Repräsentationen kreativen Schaffens: Das Museum für Moderne Kunst in Niterói, Rio de Janeiro / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, R. Soldon

Eine der Repräsentationen kreativen Schaffens: Das Museum für Moderne Kunst in Niterói, Rio de Janeiro / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, R. Soldon

Die Akteure und Unternehmer auf diesem Gebiet sind sicherlich sehr divers und sie lassen sich nur schwer mit der begrifflichen Klammer der kreativen Branche zusammen fassen. Gemeint sind unter anderem Architekten, Designer, Softwareentwickler und Akteure der Modebranche, die normalerweise nicht so stark im Fokus staatlicher Förderung und von Anreizsystemen stehen. Vor allem Brasilien hat in den letzten Jahren in diesem Sektor in einigen Regionen eine verstärkte internationale Aufmerksamkeit erhalten und die verschiedenen Institutionen suchen derzeit noch den Umgang damit.

Zwei Ereignisse in dieser Woche werfen ein Schlaglicht auf diesen Bereich, der sonst eher außerhalb des Fokus liegt. Derzeit findet in Rio de Janeiro zum zehnten Mal die Rio Info statt, eine Fachkonferenz für Informationstechnologien (Tecnologia da informação, kurz: TI). Auf dieser Konferenz treffen sich derzeit die Akteure aus dem kreativen Bereich, um sich über neue Entwicklungen zu informieren und zu diskutieren.  Neu ist beispielsweise, dass die kreative Branche einen recht großen Anteil auch an der derzeitige wirtschaftlichen Leistung Brasiliens hat. Rund acht Prozent, so die Schätzungen, tragen die unternehmerischen Tätigkeiten zu Brasiliens wirtschaftlicher Entwicklung bei.

Es kommt also nicht von ungefähr, dass die brasilianische Regierung nun ein Programm im Rahmen der TI lanciert hat: den Plano Brasil Creativo (Plan für ein kreatives Brasilien), in dem speziell die wirtschaftliche Aktivität in diesem Bereich gefördert werden soll. Im Gleichklang mit der gestiegenen Aufmerksamkeit durch staatliche Institutionen hat die Bank für soziale und wirtschaftliche Entwicklung (Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social, kurz: BNDES) gestern (03.09.) bekannt gegeben, dass man für den Bereich der Softwareentwicklung plane, ein Förderpaket im Umfang von sechs Milliarden Reais (ca. 2,3 Milliarden Euro) aufzulegen. Ein Zeichen, dass man gewillt ist, auch in diesem Sektor von staatlicher Seite aus mit finanziellen Ressourcen die noch nicht ausgeschöpften Potenziale zu fördern. (mas)