In Brasilien herrscht die Kreditkarte vor. Rund 40 Prozent der Bevölkerung seien verschuldet. / Copyright: WikiCommons, Autor: Lotus Head
In Brasilien herrscht die Kreditkarte vor. Rund 40 Prozent der Bevölkerung seien verschuldet. / Copyright: WikiCommons, Autor: Lotus Head

In Brasilien gewinnt die Kreditkarte weiter an Boden – mit negativen Folgen. Rund 40 Prozent der Bevölkerung seien vertragsbrüchig geworden, so eine Studie. / Copyright: Wikimedia Commons, Lotus Head

Der Gebrauch der Kreditkarte und die Verschuldung des brasilianischen Konsumentens nehmen zu. Der Großteil der brasilianischen Bevölkerung kauft laut einer Studie insbesondere bei spontanen Käufen und Anschaffungen zunehmend auf Kredit. Das Jahr 2014 habe gezeigt, dass mehr und mehr „überflüssige Waren oder Artikel mit kleinem Wert per Kreditkarte oder Scheck bezahlt“ würden, wie aus der Studie der Agentur für Kreditdienstleistungen  (Servico de Protecao ao Credito, kurz: SPC Brasil) hervorgeht.

Während früher kostenintensive Anschaffungen wie Möbel oder Elektrotechnik per Kredit beglichen wurden, führen heute Schuhe, kleinere Haushaltswaren und kleine elektrotechnische Artikel die Liste an, wie die Zeitung Valor Econômico berichtet (07.01.). Die Kreditkarte ist das häufigste Kreditzahlungsmittel. Rund 83 Prozent der Befragten gaben an, vor allem mit Kreditkarte zu bezahlen. Ein Kurzkredit oder Darlehen folgt an zweiter Stelle der Kreditmöglichkeiten.

Mittlerweile, so schätzt die Agentur, sind rund 55 Millionen Brasilianer vertragsbrüchig geworden. Dies entspricht 40 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung. Häufigste Ursache für Überschuldung und ausbleibende Kreditbegleichung sei ein Konsumverhalten, das den unmittelbaren Genuss suche, so SPC-Chef-Ökonomin Marcela Kawauti. „Für viele Brasilianer ist der unmittelbare Konsum beziehungsweise das Verlangen nach dem unmittelbaren Genuss charakteristisch“, so Kawauti. Langfristige negative Folgen, wie Verschuldung, würden häufig ausgeblendet.

Rund 17 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung, also rund 23 Millionen Personen, seien zu dieser Gruppe des unmittelbaren Konsums zu rechnen. Davon wiederum seien 51 Prozent vertragsbrüchig geworden, wie aus der SPC-Studie hervorgehe. (ms)

Quelle: Valor Econômico