Spezialisten gehen davon aus, dass die Brasilianer in diesem Jahr nicht stark von Inflation und Arbeitslosigkeit betroffen sein werden / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Uwe Hermann

Vor allem die großen Firmen fragen Kredite stärker nach / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Uwe Hermann

Nach relativer schwacher Nachfrage nach Krediten in den vergangenen Monaten bei sinkenden Zinssätzen, haben die brasilianischen Unternehmer im Juli wieder begonnen, stärker nach Krediten nachzufragen. Um fast acht Prozent stieg die Nachfrage nach Krediten im Juli im Vergleich zum Vormonat. Dieser Effekt kann deshalb so deutlich ausfallen, da die Zinsabsenkungen durch die brasilianische Zentralbank (Banco Central, kurz: BC) absehbar waren und viele Unternehmer auf günstigere Kredite gehofft haben und deshalb ihre Investitionstätigkeit in den vergangenen Monaten zunächst reduziert hatten.

Im Vergleich zum Vorjahr fällt der Vergleich negativ aus. Im Juli 2011 wurden drei Prozent mehr Kredite nachgefragt, als dies in 2012 trotz der Steigerung der Fall war. Auch auf das gesamte Jahr betrachtet ist die Kreditnachfrage bisher um ca. ein Prozent geringer, als diese noch in 2011 war. Diese Zahlen können aktuell auch als gutes Zeichen gewertet werden, denn viele Analysten sehen eine sich abschwächende wirtschaftliche Leistung in Brasilien. So haben auch gestern (20.08.) Finanzmarktanalysten die wirtschaftlichen Aussichten für Brasilien als geringer eingeschätzt, als diese bisher benannt wurde. Die Analysten erwarten nur noch ein wirtschaftliches Wachstum von 1,75 Prozent für dieses Jahr. Auch deshalb rechnen sie für diesen Monat mit einer weiteren Absenkung des Leitzinses von derzeit acht auf 7,5 Prozent.

Die Kreditnachfrage der Unternehmer spiegelt die Einschätzung der Analysten nicht wider. Zumindest in einigen Bereichen wie den Dienstleistungen hat die Nachfrage eine positive Entwicklung, so dass man hier weiterhin von einem Aufwärtstrend ausgeht. (mas)