In Brasilien werden laut Amnesty International pro Jahr etwa 60.000 Menschen ermordet. / Copyright: Wikimedia Commons, Fábio Rodrigues Pozzebom/ABr
In Brasilien werden laut Amnesty International pro Jahr etwa 60.000 Menschen ermordet. / Copyright: Wikimedia Commons, Fábio Rodrigues Pozzebom/ABr

In Brasilien werden laut Amnesty International pro Jahr etwa 60.000 Menschen ermordet. / Copyright: Wikimedia Commons, Fábio Rodrigues Pozzebom/ABr

Die Krise in der öffentlichen Sicherheit Brasiliens hat sich mit dem Anstieg der Mordzahl, mehr toten Polizisten bei Einsätzen, exzessive Gewaltanwendung, um Proteste zu unterdrücken, Rebellionen mit gewaltsamen Todesfälle in überfüllten Gefängnissen und Folter im vergangenen Jahr verstärkt. Die Informationen sind Teil des brasilianischen Kapitels des Berichts 2014/15 „Die Lage der Menschenrechte in der Welt“, der an diesem Tag (25.02) weltweit von Amnesty International veröffentlicht wird. Wegen der unterschiedlichen Zeitzonen wurde der Bericht bereits am Abend des Vortags (24.02) für Brasilien veröffentlicht.

Der Exekutivdirektor der Organisation in Brasilien, Atila Roque, sagte, dass das Land zu den Orten gehört, an denen am meisten gemordet wird, was sogar Gebiete mit bewaffneten Konflikten und Kriegen übertrifft. „Ein Land, das jedes Jahr fast 60.000 Menschen verliert, schafft es ganz offensichtlich nicht eine angemessene Antwort zu finden, die zum Schutz des Lebens dient. Es geht darum, Lebensqualität zu garantieren, aber wichtiger ist noch Leben an sich zu garantieren. Das Ergebnis ist noch dramatischer, wenn man darüber nachdenkt, dass rund 30.000 Getötete Jugendliche zwischen 15 und 29 Jahren sind. Davon wiederum sind 77 Prozent Schwarze“, so Roque.

Ein weiteres ernstes Problem, das Amnesty identifiziert, ist die Straflosigkeit. Laut der Studie landen weniger als acht Prozent der Tötungsdelikte vor Gericht. „Es gibt fast eine Lizenz zum Töten, da praktisch gesehen nur die Verbrechen am helllichten Tag untersucht werden, die vor der ganzen Welt unter Bekannten begangen werden.“ (ls)

Quelle: Agência Brasil