Copyright: Wikipedia, Creative Commons, S. Milev

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Mit der Ausweitung der internationalen Finanzkrise könnte auch Brasilien bald davon betroffen sein. Als Ursache dafür, werden die ausländischen Direktinvestitionen genannt, die zunächst als Schutz vor der Krise galten.

Analysten weisen darauf hin, dass die Verschärfung der Krise in den Industrieländern zu einem Sturz der ausländischen Investitionen in Brasilien führen kann. Durch das Bauen von Fabriken und den Kauf technischer Ausstattung werden Arbeitsplätze geschaffen und die Produktivität des Landes erhöht. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Schwierigkeiten in den Industrieländern die multinationalen Konzerne dazu zwingen, ihre Investitionen in Brasilien entweder zeitlich zu verschieben oder ganz zu streichen.

Laut Zeina Latif, Wirtschaftsexpertin für den Bereich Lateinamerika der Royal Bank of Scotland, erfolge die Zurückziehung der Investitionen nur übergangsweise. Nachdem beschlossen wurde, Griechenland durch finanzielle Mittel Hilfe zu gewährleisten, hätte es ebenfalls Auswirkungen auf die ausländischen Direktinvestitionen gegeben, jedoch sei das nur von kurzer Dauer gewesen, so Latif.

Mit der Herabsetzung der Kreditwürdigkeit der USA und der Gefahr, dass von der Krise in Europa bald auch die wirtschaftlich starken Länder betroffen seien, werden – der Wirtschaftsexpertin zufolge – die ausländischen Firmen ihre Investitionen in den nächsten Monaten zurückziehen. Jedoch handele es sich dabei um ein weltweites Problem und keines, welches ausschließlich Brasilien betreffe.

Der Wirtschaftsprofessor der Stiftung Getúlio Vargas (Fundação Getúlio Vargas, kurz: FGV), André Nassif, ist anderer Meinung. Ihm zufolge sei es ein falscher Eindruck zu glauben, dass Brasilien besser als im Jahr 2008 auf die Krise vorbereitet sei, wie es in der vergangenen Woche der brasilianische Finanzminister Guido Mantega und der Präsident der Zentralbank behaupteten. (gp)