Kritik an der Automobil-Steuer

20.09.2011 | Politik |

Vertreter aus Deutschland kritisierten die kürzlich beschlossene Automobilsteuer Brasiliens / Copyright: Agência Brasil

Gestern (19.09.) wurde bei der Eröffnung der deutsch-brasilianischen Wirtschaftstage die Erhöhung der Importsteuer auf eingeführte Kraftfahrzeuge kritisiert. Demnach werden alle Fahrzeuge besteuert, die nicht zu mindestens 65 Prozent aus brasilianischen Bauteilen bestehen.

Die neuen Abgaben bereiten der deutschen Industrie Sorgen und stellen ihrer Meinung nach protektionistische Maßnahmen dar, um die nationale Wirtschaft zu schützen. Laut dem Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, würde der Beschluss in einer immer stärker global vernetzten Welt zulasten der eigenen Volkswirtschaft gehen. ,,Anstatt höherer Steuern sollte die brasilianische Regierung Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit konsequent steigern”, erklärte Keitel bei der Eröffnung der 29. deutsch-brasilianischen Wirtschaftstage in Rio de Janeiro. Zudem halte der BDI-Präsident mehr Engagement bei den Verhandlungen für ein EU-Mercosur-Freihandelsabkommen für sinnvoll. Damit würde die weltweit größte Freihandelszone entstehen.

Auch der Staatssekretär für Wirtschaft und Technologie, Jochen Homann, kritisierte die Maßnahmen der brasilianischen Regierung. Homann zufolge, solle man über die Ursachen reden, bevor man bestimmte Unternehmen bevorteilt oder benachteiligt.

Der Generalsekretär des brasilianischen Außenministeriums, Ruy Nunes Nogueira, wies die Kritik von sich und argumentierte, dass dies nicht im geringsten eine Veränderung der Politik des Freihandels wäre. Der Leiter der bilateralen Beziehungen der Außenhandelskammer Brasiliens, Ingo Plöger, hob hervor, dass durch diese Maßnahme einige deutsche Unternehmen sogar bevorteilt werden. (gp)


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