Die Stichwahl am Sonntag macht die Börsianer unsicher und lässt Kurse fallen. / Copyright: Agencia Brasil
Die Stichwahl am Sonntag macht die Börsianer unsicher und lässt Kurse fallen. / Copyright: Agencia Brasil

Die Stichwahl am Sonntag macht die Börsianer unsicher und lässt Kurse fallen. / Copyright: Agencia Brasil

Die Stichwahl zur brasilianischen Präsidentschaft am kommenden Sonntag (26.10.) führte zu spürbaren Kurseinbrüchen brasilianischer Unternehmen an den Börsen. Während sich die Unternehmen in Brasilien bereits mit einer Wiederwahl Dilma Rousseffs zu arrangieren scheinen, kam es an der New Yorker Börse zu starken Kursverlusten insbesondere von staatlich geführten Unternehmen wie Petrobras oder Banco do Brasil. Angesichts der letzten Umfragen der Meinungsforschungsinstitute Ipobe und Datafolha vom Mittwoch (22.10.), die einen Sieg der Arbeitnehmer freundlichen Rousseff prognostizieren, zogen Anleger ihre Anteile ab.

Insgesamt zeigte sich kurz vor der Stichwahl das brasilianische Börsenparkett höchst unruhig, wie die Zeitung Estado de São Paulo am gestrigen Donnerstag (23.10.) die Lage beschrieb. Am Ende schloss die Börse Ibovespa mit einem Minus von 3,24 Punkten. Der brasilianische Real bußte an Wert ein, so dass der US-Dollar bei 2,509 Reais (circa 80 Eurocent) landete – einem Höchstwert der letzten sechs Jahre. Bereits vor dem ersten Wahlgang am 5. Oktober war es zu Kursschwankungen und -verlusten gekommen, die mit den Erwartungen eines Siegs von Dilma Rousseff in Verbindung gebracht wurden. Nach ihrer einfachen Mehrheit hatten sich die Werte der Unternehmen dennoch wieder erholt.

An der New Yorker Börse führte die Nachricht über die vermeintliche Niederlage des wirtschaftsliberalen Herausforderer Aécio Neves in der Stichwahl zu noch drastischeren Kursverlusten brasilianischer Unternehmen als in Brasilien selbst. Die Papiere der staatliche geführten Banco do Brasil fielen um 9,5 Prozent, die des Stromversorgers Eletrobrás umd 6,7 und die des Erdölkonzerns Petrobrás um 5 Prozent. Doch auch die Kurse privater brasilianischer Unternehmen litten unter den Erwartungen zur Wahl. Der Immobilienkonzern Gafisa verlor acht Punkte und der Bankkonzern Itaú 4,4 Prozente. Auch das staatliche Wasserunternehmen Sabesp (Companhia de Saneamento Básico do Estado de São Paulo), das aktuell wegen schlechtem Wassermanagements unter der Landesregierung des konservativen Parteikollegen von Neves, dem Gouverneur Geraldo Alckmin, in Schlagzeilen ist, verlor ebenso 6,8 Punkte. (ms)