Rund 1.200 Demonstranten besetzten gestern den Hauptsitz des Landwirtschaftministeriums in Brasília / Copyright: Agência Brasil
Rund 1.200 Demonstranten besetzten gestern den Hauptsitz des Landwirtschaftsministeriums in Brasília / Copyright: Agência Brasil

Rund 1.200 Demonstranten besetzten gestern den Hauptsitz des Landwirtschaftsministeriums in Brasília / Copyright: Agência Brasil

Gestern (07.08.) besetzten eine Gruppe von Frauen, die in Verbindung mit verschiedenen Frauenrechtsorganisationen für Landarbeiter (Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra, kurz: MST, Movimento Camponês Popular, Via Campesina und Movimento dos Atingidos por Barragens) stehen, das Ministerium für Landwirtschaft, Viehzucht und Versorgung in Brasília. Laut Angaben der Mitarbeiterin der Koordination MST, Kelli Mafort, würden die Landarbeiterinnen gegen das Entwicklungsmodell des Agribusiness‘ protestieren und fordern die Beschleunigung des Prozesses der Landreform.

„Wir protestieren, um eine Landwirtschaft zu verteidigen, die unsere Ernährungssicherung garantiert, mit der Produktion von gesunden Lebensmitteln, frei von Pestiziden und die sich für Umweltschutz einsetzt. Außerdem trägt diese zur Stärkung der Frau auf dem Land bei“, so Mafort. „Das Agribusiness vertreibt die Feldarbeiter und die Frauen sind die ersten, die unter den Konsequenzen dieses Prozesses leiden. Nicht nur durch die Anwendung von Pestiziden und Giften, sondern auch weil sie ohne Arbeit wieder nach Hause zurückkehren und ihre Aktivitäten und Existenz unsichtbar werden.“

Außerdem teilte Malfort mit, dass die Bewegungen die Ansiedlung von 150.000 Familien fordern, davon sind 90.000 mit dem MST verbunden. Weitere Forderungen seien der bessere Zugang zu Kreditlinien, zu technischen Hilfeleistungen sowie zu Programmen wie das Lebensmittelbeschaffungsprogramm (Programa de Aquisição de Alimentos) und das Schulspeisungsprogramm (Programa Nacional de Alimentação Escolar). (ds)