MST-Aktivisten in Brasília / Copyright: Agência Brasil

MST-Aktivisten in Brasília / Copyright: Agência Brasil

Bereits seit 28 Jahren gibt es die Bewegung der Landarbeiter ohne Land (Movimento dos trabalhadores rurais sem terra, kurz: MST). 1983 wurde sie von einigen hundert Landarbeitern gegründet und sie kämpft seitdem für soziale und agrarische Reformen, um den Lebensstandard der Landarbeiter zu verbessern. Darüber hinaus zielen sie auf die Überwindung der strukturellen Probleme, wie der stark ungleichen Einkommensverteilung in Brasilien, ab. Gestern (05.09.) kamen rund 200 Aktivisten einer Untergruppe der MST in die brasilianische Hauptstadt, um der Regierung ein gemeinnütziges landwirtschaftliches Projekt vorzustellen.

Schon in den vergangenen Tagen kampierten viele Landarbeiter mit dessen Familien in Brasília, um die Regierung auf ihre schwierige finanzielle Situation aufmerksam zu machen und Unterstützung zu erbitten. In dem gestern vorgestellten Projekt sollen zukünftig die Landarbeiter selbst landwirtschaftliche Produkte auf ökologischer Basis produzieren. Dabei soll auf Pestizide und andere toxikologische Mittel verzichtet werden, berichtet der Koordinator des Projekts Edvaldo de Oliveira. Der Koordinator wolle sich in den nächsten Tagen mit dem Leiter des Instituts für Besiedlung und Agrarreform (Instituto Nacional de Colonização Agrária, kurz: Incra) Celso Lisboa de Lacerda, mit der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff und anderen Ministern der Regierung treffen.

Das Treffen wurde von Seiten der Regierung allerdings noch nicht bestätigt. Damit es zu einem Treffen kommen könne, dürfe es zu keiner weiteren Behinderung des Staatsbetriebes durch die Demonstranten der MST kommen. In der letzten Woche hatten diese den Eingang zum Finanzministerium blockiert. (sg)