Ein Bundesgericht verurteilte mehrere Hauptangeklagte in der Korruptionsaffäre um die Petrobras zu mehreren Jahren Haft. / Copyright: Agência Brasil Ein Bundesgericht verurteilte mehrere Hauptangeklagte in der Korruptionsaffäre um die Petrobras zu mehreren Jahren schuldig.-/ Copyright: Agência Brasil

Im Zuge der Ermittlungen zur Korruptionsaffäre um den halbstaatlichen Mineralölkonzern Petrobras ist es zu ersten Verurteilungen gekommen. Am Mittwoch (22.04.) verurteilte ein Bundesgericht den früheren Direktor der Versorgungsabteilung der Petrobras, Paulo Roberto Costa, zu sieben Jahren und sechs Monaten Haft wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung sowie Geldwäsche. Auch der Unterhändler Alberto Youssef sowie sechs weitere Angeklagte seien verurteilt worden, wie unter anderem die Tageszeitung O Estado de São Paulo berichtet (22.04.).

Das Gericht sah es als bewiesen an, dass Costa und die anderen Angeklagten öffentliche Mittel aus den Baumaßnahmen der Raffinerie Abreu e Lima im Bundesstaat Pernambuco veruntreut und entwendet hätten. Costa erhielt keine Strafminderung, doch wurde die Zeit der U-Haft und des Hausarrestes seit Oktober 2014 von seiner Gefängnisstrafe abgezogen. Die Aussagen von Costa gegenüber der Bundespolizei führten zur Enttarnung mehrerer Abgeordneter, Senatoren und Gouverneure. Laut Estadão hätten diese als Wahlkampfhilfen deklarierte Gelder aus den kriminellen Machenschaften erhalten.

Neben Costa wurden auch der Unterhändler Alberto Youssef und der Unternehmer Márcio Bonilho vom Sanko Sider Konzern verurteilt. Youssef gelte als zentraler Schlüssel im Korruptionsschema.

Für die Baukosten der Petrobras-Raffinerie Abreu e Lima musste der staatliche Erdölkonzern entgegen der ursprünglich geplanten 2,5 Milliarden Reais (etwa 850 Millionen Euro) am Ende mit 20 Milliarden knapp das Zehnfache aufbringen. Erst im Zuge der Untersuchung um die erhöhten Baukosten kamen die landesweiten kriminellen Machenschaften um Scheinfirmen, Kartellbildung und überteuerte Aufträge durch Petrobras an Untervertragsfirmen ans Tageslicht (BrasilNews berichtete, 30.01.15). (ms)

Quelle: O Estado de São Paulo