Laut ILO ist die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen in Lateinamerika noch zu hoch / Copyright: ILO
Laut ILO ist die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen in Lateinamerika noch zu hoch / Copyright: ILO

Laut ILO ist die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen in Lateinamerika noch zu hoch. / Copyright: ILO

Laut einer neuen Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gibt es in Lateinamerika 7,8 Millionen arbeitslose junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren, was 13,9 Prozent entspricht gemessen an 56 Millionen jungen Menschen dieser Altersgruppe insgesamt. Dem Bericht „Arbeit und Jugend in Lateinamerika“ (Trabalho Decente e Juventude na América Latina: Políticas para Ação) zufolge arbeiten derzeit 27 Millionen junge Menschen im informellen Sektor,  21,8 Millionen würden weder studieren noch arbeiten. Die Daten beziehen sich auf das Jahr 2011.

Die ILO kommentierte, dass das Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre in Lateinamerika nicht ausreichend groß gewesen sei, um das Angebot auf dem Arbeitsmarkt für Jugendlich zu verbessern. Immer noch gehöre Arbeitslosigkeit oder aber auch informelle Arbeit zu den Problemen der Länder. Die Leiterin der ILO für Lateinamerika und die Karibik Elizabeth Tinoco fügte hinzu, dass man endlich etwas dagegen tun müsse. Für die Länder bedeute das eine politischen Herausforderung, um innovative Strategien durchzusetzen und die Schwachstellen im System zu beseitigen.

In ganz Lateinamerika gibt es 108 Millionen Jugendliche, davon haben aber nur 56 Millionen eine Zugang zum Arbeitsmarkt. Das heißt, dass sie entweder eine Stelle haben oder eine Arbeit suchen. Die Jugendlichen stehen für einen Anteil von 43 Prozent an der Gesamtzahl der Arbeitslosen in Lateinamerika. Zudem fällt die Arbeitslosenrate bei Frauen höher (17,7 Prozent) als bei den Männern (11,4 Prozent) aus.

Bezüglich der Qualität der Arbeitsplätze geht aus dem Bericht hervor, dass 55,6 Prozent der Jugendlichen nur informelle Jobs ausüben, was niedrige Löhne, geringe Sicherheit und keine Versicherungen bedeutet. Außerdem würden nur 37 Prozent zur Sozialversicherung beitragen und 29,4 Prozent zur Rentenversicherung. Nur 48,2 Prozent können Verträge vorweisen. (ds)