Logo der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und Karibik (CEPAL) der Vereinten Nationen / Copyright: CEPAL

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Die Wirtschaftskommission für den Raum Lateinamerika und Karibik (Comissão Econômica para América Latina e o Caribe, kurz: CEPAL) der Vereinten Nationen bestätigt, dass Armut und extreme Armut in der Region das geringste Niveau seit 20 Jahren erreichten. Die Daten des Sozialpanoramas Lateinamerikas 2011 (Panorama Social da América Latina 2011), die gestern (29.11.) von der CEPAL in São Paulo veröffentlicht wurden, zeigen, dass die Armut in lateinamerikanischen Ländern zwischen 1990 und 2010 von 48,8% auf 31,4% der Bevölkerung gesunken ist. Auch die Rate des Notstands, der extremem Armut, ist von 22,6% auf 12,3% gesunken.

Für das jetzige Jahr schätzt die Kommission, dass von der lateinamerikanischen Bevölkerung 177 Millionen (30,4%) Menschen in Armut und 73 Millionen (12,8%) Menschen in extremer Armut leben. Der Anstieg letzterer sei der weit verbreiteten Inflation von Lebensmittelpreisen in den Regionen geschuldet, die ein erhöhtes Familieneinkommen neutralisiere, so die Kommission.

CEPAL sieht die Reduktion von Armut eng verbunden mit dem Anstieg von Einkünften aus der Berufstätigkeit. Trotz seiner sozialen Programme, befindet sich Brasilien nicht unter den ersten fünf Plätzen. Die deutlichsten Rückgänge der Armutsquoten erzielten Peru, Ekuador, Argentinien, Uruguay und Kolumbien. Brasilien falle unter die Länder, mit Sozialausgaben über 1.000 US Dollar pro Kopf im Jahr. Die Regierungen verwenden sie vorwiegend für Sozialversicherungen und Sozialhilfe. Länder wie Bolivien, Ekuador und Guatemala hingegen gehören zu den Ländern mit den geringsten Sozialausgaben, die meist für Bildung ausgegeben werden.

Der CEPAL-Bericht wies auf, dass es den lateinamerikanischen Regierungen gelungen ist – trotz ungünstiger internationaler Bedingungen – einen Anstieg der Arbeitslosenquote zu verhindern. Dennoch, so der Sprecher der Kommission, zeige die Studie auch, dass sich viele Länder früher oder später mit der Reformierung ihres Sozialsicherungssystems auseinandersetzen müssen, um der Tendenz, einer alternden Gesellschaft mit schwindender Arbeitskraft, gerecht werden zu können. (jv)