Marina Silva und Dilma Rousseff auf einer Veranstaltung zur Präsidentschaftswahl 2010. Diesmal wird die Entscheidung enger ausfallen. /Copyright: Agência Brasil
Marina Silva und Dilma Rousseff auf einer Veranstaltung zur Präsidentschaftswahl 2010. Diesmal wird die Entscheidung enger ausfallen. /Copyright: Agência Brasil

Marina Silva und Dilma Rousseff auf einer Veranstaltung zur Präsidentschaftswahl 2010. Diesmal wird die Entscheidung enger ausfallen. /Copyright: Agência Brasil

Weniger als einen Monat vor den kommenden Präsidentschaftswahlen in Brasilien zeichnet sich zwischen der amtierenden Präsidentin Dilma Rousseff von der linksgerichteten Arbeiterpartei PT und der Herausforderin von der christlich-sozialen PSB, Marina Silva, ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Vox Populi ergab einen Vorsprung von acht Prozent von Dilma Rousseff gegenüber Marina Silva im ersten Wahlgang. Rousseff käme dabei auf 36 Prozent der Stimmen, Silva auf 28 Prozent und der Drittplazierte Aécio Neves von der konservativen PSDB auf 15 Prozent der Stimmen. Dies berichtet die Zeitung „Carta Capital“ in der Online-Ausgabe am Mittwoch (10.9.).

Durch eine fehlende klare Führung von Dilma Rousseff im ersten Wahlgang ist ein zweiter Urnengang zu erwarten. Hierbei würde sich der Großteil der Anhänger des konservativen Neves für Silva entscheiden. Laut Vox Populi würde es bei einer Stichwahl zu einem technischen Unentschieden zwischen Rousseff mit 41 Prozent und Silva mit 42 Prozent kommen. Bei einer Stichwahl zwischen Dilma und Aécio Neves würde erste 44 Prozent und zweiter 36 Prozent der Wählergunst hinter sich wissen.

Wie „Carta Capital“ schreibt, gingen dennoch 49 Prozent der Wählerschaft von einem Sieg Rousseffs aus und nur 31 Prozent von einem Silvas. Da weitere Kandidaten aktuell auf zwei Prozent kämen und ungültige Stimmen derzeit bei sieben Prozent liegen, könnte diese Wählerschaft die Wahl entscheiden.

Vox Populi befragte für die Erhebung zwischen dem 8. und 9. September 2.000 Wähler in 147 Landkreisen des Landes. Nach einer ersten landesweiten Umfrage vor knapp zwei Wochen (BrasilNews berichtete, 28.8.14) ist dies die zweite Erhebung nach dem tödlichen Unfall des Präsidentschaftskandidaten Eduardo Campos vor knapp zwei Monaten (BrasilNews berichtete, 14.8.2014). Damals hatten Campos und seine Vize Marina Silva mit acht Prozent noch weit hinter Aécio Neves mit rund 23 Prozent und Dilma Rousseff mit circa 38 Prozent der Stimmen gelegen. (ms)