Bauunternehmer gehen nicht davon aus, dass die Ermittlungen im Korruptionsfall rund um Petrobras die Baubranche im Land lahm legen. / Copyright: Wikimedia Commons, Agecom Bahia
Bauunternehmer gehen nicht davon aus, dass die Ermittlungen im Korruptionsfall rund um Petrobras die Baubranche im Land lahm legen. / Copyright: Wikimedia Commons, Agecom Bahia

Bauunternehmer gehen nicht davon aus, dass die Ermittlungen im Korruptionsfall rund um Petrobras die Baubranche im Land lahm legen. / Copyright: Wikimedia Commons, Agecom Bahia

Durch die Untersuchungen der Bundespolizei rund um die Korruptionsvorwürfe gegen das Energieunternehmen Petrobras stehen auch verschiedene große Bauunternehmen im gesamten Land im Visier der Ermittler. Vertreter der Baubranche schätzen allerdings, dass die Aktion „Lava Jato“ nur geringen Einfluss auf die Bauarbeiten zur Verbesserung der Infrastruktur im Land haben wird.

„Die Bauarbeiten können sich verzögern, aber Brasilien wird nicht stehen bleiben. Es gibt viele Unternehmen, die in der Lage sind kleine Teile der Arbeiten zu übernehmen“, sagte Eduardo Zaidan, Vize-Präsident der Vereinigung für die Bauwirtschaft des Bundesstaates Sao Paulo (SindusCon-SP).

Laut der Vereinigung sind die Ermittlungen trotz kurzfristiger Schwierigkeiten eine Chance für Unternehmen aus der Branche, die von der öffentlichen Hand beauftragt werden. „Die Ermittlungen können den Markt sanieren. Außerdem könnte es mehr Mittel auf lange Sicht geben, um sie besser einzusetzen. Wahrscheinlich wird der Markt im kommenden Jahr etwas leiden, aber sich auf mittlere und lange Sicht verbessern“, analysiert José Romeu Ferraz, Präsident der Vereinigung.

Ferraz glaubt, dass viele Unternehmen vorbereitet sind, die Arbeiten zu übernehmen, dass allerdings die öffentlichen Ausschreibungen angepasst werden müssten, damit eine größere Anzahl von möglichen Bauunternehmen teilnehmen können. „Wir müssen die Ausschreibungen anpassen oder vereinfachen. Vielleicht die ausgeschriebenen Bauarbeiten verkleinern, damit mehr Unternehmen eine Chance haben. Konsortien gründen. Es gibt verschiedene Instrumente, die dies möglich machen.“

Zaidan geht nicht davon aus, dass die Ermittlungen zu einem Rückgang der Investitionen in die Infrastruktur führen. Jede Auswirkung in diesem Sinne wäre erst im Jahr 2016 bemerkbar. (ls)