Der  Human Development Index der Städte und Gemeinden Brasiliens. Vor allem die Lebensstandards im Bundesstaat Amazonas dämpfen die allgemeinen Zahlen.  / Copyright: PNUD Divulgação
Der  Human Development Index der Städte und Gemeinden Brasiliens. Vor allem die Lebensstandards im Bundesstaat Amazonas dämpfen die allgemeinen Zahlen.  / Copyright: PNUD Divulgação

Der Human Development Index der Städte und Gemeinden Brasiliens. Vor allem die Lebensstandards im Bundesstaat Amazonas dämpfen die allgemeinen Zahlen. / Copyright: PNUD Divulgação

In den letzten zwei Jahrzehnten hat sich Brasiliens „Index für Menschliche Entwicklung“, der Human Development Index, fast verdoppelt. Im Jahr 2010 erzielte Brasilien einen Durchschnittswert von 0,727 Punkten auf der Entwicklungsskala, was als hoch eingestuft wird. Brasilien rangiert damit derzeit auf dem Platz 85 von 186 Ländern auf der Liste. Noch vor 20 Jahren erreichte Brasilien gerade mal 0,493 Punkte, was als sehr niedrig eingestuft wird. Brasiliens Index für menschliche Entwicklung registrierte damit ein Plus von 47,8 Prozent.

Die aktuellen Zahlen gehen aus dem am gestrigen Montag (30.07.) vorgelegten „Human Development Index der Städte und Gemeinden Brasiliens“ der UNO (Índice de Desenvolvimento Humano Municipal, kurz: IDHM) hervor.

Gründe für die Verbesserung des Lebensstandards sind der signifikante Rückgang der Kindersterblichkeit, ein Abfall bei der Fruchtbarkeitsrate – der Anzahl der Kinder pro Mutter -, sowie eine höhere Lebenserwartung. Mehr als 50 Prozent der Städte und Gemeinden weisen heute sogar eine Fruchtbarkeitsrate auf, die unter der Sterblichkeitsrate liegt. In fast 60 Prozent der Gemeinden liegt die Kindersterblichkeit bei 19 von 1000 Neugeborenen, ein niedriger Wert. Aber die Gewalt und hohe Sterblichkeitsrate unter Jugendlichen dämpfen die Zahlen. Die Gewaltkriminalität in den Metropolen sei laut Marcelo Nery, Mitherausgeber des neuen IDHM-Atlas, für eine landesweit hohe Sterblichkeitsrate unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen verantwortlich.

Insgesamt gelang es Brasilien vor allem die im Land vorherrschenden geographischen Ungleichheiten zu verringern. Die Verbesserungen der Bevölkerungsdaten gehen insbesondere auf Gemeinden im Norden und Nordosten des Landes zurück, werden aber noch immer vom Bundesstaat Amazonas gedrückt. Generell weist der Süden noch bedeutend bessere Zahlen auf. Während die Lebenserwartung in den Städten Cacimbas im nördlichen Paraíba und Roteiro im nordöstlichen Alagoas durchschnittlich 65 Jahre beträgt, sind es in den Gemeinden im Bundesstaat Santa Catarina wie Balneário Camboriú, Blumenau, Brusque und Rio do Sul 79 Jahre. (ms)