Logo des Herstellers Lenovo / Copyright: Lenovo

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Der chinesische Hersteller von PCs und Notebooks Lenovo (Thinkpad etc.) will seine Aktivitäten in Brasilien intensivieren. Vor allem der Ausbau von Produktionskapazitäten in Brasilien ist das Ziel der Strategie, um direkt vor Ort günstig produzieren zu können. Hierfür sucht Lenovo Partner oder möglichen Übernahmekandidaten auf dem brasilianischen Markt. Eine Kooperation oder der Kauf eines Unternehmens hätte für Lenovo große Vorteile, da relativ schnell bereits vor Ort produziert werden könnte und die Rekrutierung von geeignetem Fachpersonal nur einem beschränktem Rahmen notwendig wäre.

Eine Analyse des brasilianischen Marktes für Heimcomputer zeigt die Logik dieses Vorgehens von Lenovo, denn es wird erwartet, dass vor allem bei den Notebooks ein großer Nachholbedarf besteht und der Absatzmarkt hier enorme Zuwächse verspricht.

Die Nachfrage nach Notebooks für die Lieferung nach Brasilien sei gestiegen, bestätigt auch der Auftragsfertiger Compal aus Taiwan. Von einer derzeitigen monatlichen Produktionskapazität von 100.000 bis 120.000 Stück in der ersten Hälfte 2012 wolle man seine Kapazitäten auf 180.000 bis 200.000 Stück hochfahren, so Compal.

Vorteilhaft ist ein Produktionsstandort in Brasilien vor allem deswegen, da dann die hohen Importzölle umgangen und auch durch die Verwendung brasilianischer Bauteile zusätzliche Steuern auf die Verwendung ausländischer Bauteile vermieden werden können.

Derzeit hat Lenovo einen Marktanteil von nur rund 3,6 Prozent in Brasilien. Vor Lenovo befinden sich laut des Marktforschungsunternehmen IDC die Computerhersteller HP, Dell, Acer und Samsung. Mit der Ausweitung der Produktion in Brasilien könnte Lenovo auch von den wachsenden Absatzmärkten in den Nachbarstaaten Argentinien und Chile profitieren. Alleine ist Lenovo mit dieser Strategie nicht, denn auch Apple, welcher den Produzenten Foxconn für die Produktion von iPads und iPhones beauftragt hat, ist bereits mit seiner Produktion in Brasilien vertreten und es werden weitere folgen. Für die Auswahl geeigneter Übernahme- oder Kooperationsunternehmen dürfte sich Lenovo also nicht lange Zeit nehmen. (mas)