Säcke mit Bohnen / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, F. Cunha

Säcke mit Bohnen / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, F. Cunha

Die brasilianische Biosicherheitskommission (Comissão Técnica Nacional de Biossegurança, kurz: CTNBio) entschied gestern (11.08.) über die Liberalisierung des Handels mit genmanipulierten Bohnen. Die von dem Brasilianischen Unternehmen für Forschung in Ackerbau und Viehzucht (Empresa Brasileira de Pesquisa Agropecuária, kurz: EMBRAPA) hergestellten Bohnen seien gegen einen Virus resistent, mit dem man in Lateinamerika am häufigsten zu kämpfen hat, dem sogenannten Bohnenmosaikvirus.

Der Antrag auf Genehmigung wurde bereits im Dezember 2010 gestellt. Francisco Aragão, Forscher der EMBRAPA, stellte heraus, dass die Liberalisierung genmanipulierter Bohnen die Verluste im Ackerbau wesentlich dämpfen könne. Die Gefahr des Bohnenmosaikvirus‘ sei in jedem Anbaugebiet Brasiliens gegeben. Mit den jährlichen Verlusten könnte man zwischen 9 und 18 Mio. erwachsene Menschen ernähren.

Leila Macedo Oda, Präsidentin des Biosicherheitsverbandes (Associação Nacional de Biosegurança), verteidigte die Liberalisierung ebenso und hob hervor, dass sie vor allem den Kleinbauern zugutekäme. Diese würden bei einem Befall des Virus‘ ihre gesamte Ernte verlieren.

Neben den Befürwortern im Bereich der Wissenschaft rief die Diskussion über genmanipulierte Bohnen den Widerstand verschiedener Umweltschutzorganisationen und Verbände für Kleinproduktion hervor. Diese kritisieren die fehlenden Studien im Bereich aller Biome in Brasilien, das bedeutet die Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen einer Ökoregion, sowie den möglichen Einfluss auf die verschiedenen Getreideprodukte, die im Land konsumiert werden. (ds)