Logo des drittgrößten Cachaça-Produzenten in Brasilien / Copyright: Grupo Ypióca

Logo des drittgrößten Cachaça-Produzenten in Brasilien / Copyright: Grupo Ypióca

Das britische Getränkeunternehmen Diageo mit Sitz in Londonunter anderem Produzent des Whiskys Johnny Walker und des Vodkas Smirnoff, baut sein Engagement in Brasilien aus. Das Unternehmen hat gestern mitgeteilt, den brasilianischen Zuckerrohrschnapshersteller Ypióca zu kaufen. Brasiliens Spirituosenindustrie wird zu 80 Prozent von Cachaça (Zuckerrohrschnaps) dominiert. Ypióca ist einer der bekanntesten und der drittgrößte Cachaça-Hersteller im Land. Das Familienunternehmen Ypióca Agroindustrial Limitada mit Sitz im nordostbrasilianischen Bundesstaat Ceará hat bereits eine 160 Jahre alte Tradition in der Produktion von Zuckerrohrschnaps.

Der Kauf liegt bei 900 Millionen Reais (circa 360 Millionen Euro) und umfasst die Brennereien, die Abfüllanlagen und die Depots. Das Unternehmen, mit Hauptsitz in Fortaleza (Ceará) verfügt über fünf Fabriken im ganzen Land, in denen 3.200 Arbeiter beschäftigt werden.

Diageo, wie auch andere Unternehmensgruppen im Bereich Getränke, sind dabei, ihre Präsenz auf die attraktiven Märkte der sich schnell entwickelnden Schwellenländer auszuweiten und hoffen so oftmals, die stagnierende Nachfrage auf dem europäischen Markt auszugleichen zu können.

Auch mit dem Besitzer des mexikanischen Tequila Jose Cuervo war Diageo lange um den über drei Milliarden Dollar schweren Tequila-Marktführer in Verhandlung, ohne bisher erfolgreich gewesen zu sein.

Die letzten Investitionen der Unternehmensgruppe in aufstrebende Märkte wurden in der Türkei (Mey Icki) und in China (ShuiJingFang) getätigt. 40 Prozent des weltweiten Absatzes von Diageo wird inzwischen durch Schwellenländermärkte gedeckt. Bis 2015 strebt das Unternehmen an, die 50 Prozent Marke erreicht zu haben. (jv)