Ehemaliger Präsident Lula da Silva / Copyright: Agência Brasil

Ehemaliger Präsident Lula da Silva / Copyright: Agência Brasil

Im Rahmen eines Vortrags an der Kriegshochschule Escola Superior de Guerra in Rio de Janeiro sprach sich der ehemalige Präsident Lula da Silva positiv über Brasiliens Wirtschaft aus: Das Land sei nun durch das Ergreifen der richtigen politischen Maßnahmen für finanzielle Unabhängigkeit und wirtschaftliche Entwicklung weltweit anerkannt. Die Herausforderung läge jetzt darin, keine Rückschritte zu machen. Derzeit arbeite man an der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Südamerika und Afrika.

Als Brasilien die Verbindungen mit diesen Ländern einging, seien sie stark kritisiert worden. Diese Vorgehensweise hätte sich jetzt aber als erfolgreich erwiesen, so Lula. Man solle sich die Handelsbilanz anschauen: Grenzen lägen in der Zusammenarbeit mit den reicheren Ländern, die es bei den ärmeren Ländern nicht gäbe. Als Lula regierte, lag die Handelsbilanz mit Südamerika bei 15 Mrd. US$, heute läge sie bei 83 Mrd.; mit Afrika waren es 5 Mrd. US$, heute seien es 20 Mrd. US$. In Südamerika gäbe es einen Überschuss von 12 Mrd. US$. Im Gegensatz dazu herrsche ein Handelsdefizit von 8 Mrd. US$ mit den USA.

Lula verteidigte außerdem die im Gründungsprozess befindliche Entwicklungsbank Bank des Südens (Banco do Sul), die noch von einigen Ländern der Region anerkannt werden müsse. Die Nationale Bank für wirtschaftliche und soziale Entwicklung (Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social, kurz: BNDES) habe noch sehr wenig in Südamerika investiert.

Lula sehe eine Chance darin, sich auf das Land Afrika im Exportbereich zu konzentrieren. Des Weiteren verurteilte er die Vorfälle in Libyen. Er stellte fest, dass es keinen Grund gäbe, dass Länder wie Brasilien oder Indien nicht im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vertreten seien. Diese Länder müssten dort höheren Vertretungsanspruch bekommen. (ds)