Der ehemalige Präsident Luiz Inácio Lula da Silva über die Chancen Brasiliens / Copyright: Agência Brasil
Der ehemalige Präsident Luiz Inácio Lula da Silva über die Chancen Brasiliens / Copyright: Agência Brasil

Der ehemalige Präsident Luiz Inácio Lula da Silva über die Chancen Brasiliens / Copyright: Agência Brasil

Auf dem gestrigen Seminar über Beziehungen zwischen Afrika und Brasilien sowie deren globale Entwicklungschancen (As Relações do Brasil com a África – A Nova Fronteira do Desenvolvimento Global), organisiert vom Industrieverband CNI, kommentierte der ehemalige brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva (genannt „Lula“), dass Brasilien weiterhin global tätig sein müsse, um eine starke wirtschaftliche Situation vorweisen zu können. Bei seiner Rede verwies er auf den kürzlich gewählten Generaldirektor der Welthandelsorganisation WTO, auf den Brasilianer Roberto Azevêdo, und auch auf den Generaldirektor der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), José Graziano da Silva (2011 gewählt): „Wer hätte gedacht, dass Brasilien die WTO und die FAO einmal leiten würde? 2016 werden wir die fünftgrößte Wirtschaftsmacht der Welt sein, deshalb muss Brasilien untrennbar mit der sozialen Entwicklung agieren“, so Lula.

Das Land hätte weiterhin den Vorteil, in Lateinamerika integriert zu sein, wo Frieden unter den Ländern herrscht und wo man auf ein gemeinsames Bruttoinlandsprodukt von vier Billionen US-Dollar kommt. Der Handelsfluss zwischen Brasilien und Argentinien wäre beispielsweise im letzten Jahrzehnt stark gestiegen. Allerdings wies Lula auch darauf hin, dass die Beziehungen zwischen den südamerikanischen Ländern durchaus ausbaufähig seien.

Auch zitierte der ehemalige Präsident das Infrastrukturentwicklungsprogramm Afrikas, das hinsichtlich der Organisation und Schaffung von Institutionen größeres Potenzial hätte als das Lateinamerikas. Laut Einschätzungen Lulas sei die Entwicklung einer ausgewogeneren Welt direkt mit Afrika verbunden. Brasilien hätte einen großen Beitrag geleistet, indem es die ärmsten Bevölkerungsschichten in die wirtschaftlichen Aktivitäten mit eingebunden hätte. Seiner Ansicht nach, könne die Armut in der Welt bekämpft werden, indem man genau diese Bevölkerung in den Außenhandel mit einbeziehe. (ds)