Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva / Copyright: Agência Brasil Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva / Copyright: Agência Brasil

Der frühere Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, Lula, beteiligt sich an der Debatte um die wirtschaftliche Entwicklung Brasiliens. In einem Fernseh-Interview für den Sender SBT sprach sich Lula für eine umfangreiche Vergabe von Krediten aus, um die heimische Wirtschaft wieder anzukurbeln. Gleichzeitig erteilte er einer Wiedereinführung der Abgabe auf Finanztransaktionen, kurz CPMF, eine Abfuhr, berichtet die Zeitung Valor Econômico.

In dem Interview bekräftigte der Ex-Präsident seine wirtschaftspolitische Ansicht, nach der „Kredite und Steuern die beiden Formen sind, um Brasilien aus der Rezession zu holen“, so Lula. Jedoch stellten in der aktuellen Situation die Vergabe von Krediten und die Bereitstellung von Finanzlinien für Bundesstaaten und Gemeinden die besten Wege dar.

Wie der Valor Econômico schreibt, distanzierte sich Lula zugleich von der Regierung Dilma Rousseff. Dieser wirft er zwei Fehler vor. Zum einen hätte die PT-geführte Regierung 2012 eine Erhöhung der Kraftstoffquote durch die staatliche geführte Petrobras genehmigen sollen. So hätten die Benzinpreise gedrückt und die Wirtschaft angeschoben werden können.

Zum anderen hätte die Regierung nicht in dem hohen Umfang Steuererleichterungen erlassen sollen, wie sie es tat. Lula zufolge habe die Regierung Rousseff auf Steuern im Wert von 340 Milliarden Reais (etwa 82 Mrd. Euro) verzichtet, um die Wirtschaft in Zeiten der Rezession von Abgaben zu entlasten. „Vielleicht ist diese Nummer zu groß gewesen“, so Lula.

Lula nutzte die Gelegenheit, um sich abermals als möglichen Präsidentschaftskandidaten für 2018 ins Spiel zu bringen. Mit seiner Programmatik empfahl er sich insbesondere der Wirtschaft. (ms)

Quelle: Valor Econômico