Das dänische Unternehmen Maersk und die brasilianische Petrobras bauen ihre 30 jährige Zusammenarbeit weiter aus. / Copyright: WikiCommons Autor: AlfvanBeem
Das dänische Unternehmen Maersk und die brasilianische Petrobras bauen ihre 30 jährige Zusammenarbeit weiter aus. / Copyright: WikiCommons Autor: AlfvanBeem

Das dänische Unternehmen Maersk und das brasilianische Unternehmen Petrobras arbeiten seit vielen Jahren zusammen. / Copyright: Wikimedia Commons, AlfvanBeem

Wieder gibt es Schlagzeilen um Korruption in der brasilianische Presse. Diesmal wird dem dänischen Konzern Maersk vorgeworfen, in Geschäften mit dem brasilianischen Erdölunternehmen Petrobras Schmiergelder gezahlt zu haben. Dies berichtet zumindest das Magazin Época in seiner Ausgabe vom 23. Mai und beruft sich dabei auf Dokumente der brasilianischen Bundespolizei (Polícia Federal).

Die Polícia Federal stellte während einer Hausdurchsuchung am 20. März dieses Jahres beim ehemaligen Direktor der Petrobras, Paulo Roberto Costa, Material sicher, das laut Época vorübergehend zu dessen Festnahme geführt habe und belege, dass Roberto Costa zwischen den Jahren 2006 und 2010 als „Kommission“ getarnte Bestechungsgelder in Höhe von 6,2 Millionen Reais (circa 2,04 Millionen Euro) von Maersk kassiert haben soll. Auf jeden Transport von Erdöl seien 1,25 Prozent an Kommission angefallen, die danach in die Taschen des Petrobras-Chefs geflossen sein sollen.

In einer Pressemitteilung vom Wochenende teilt Maersk als Antwort mit, dass der bezahlte Betrag von 1,25 Prozent pro Ladung den regulären Maklergebühren entsprechen. Diese fielen für die Mitwirkung von Vermittlern des Geschäftes an. Laut Maersk “ist der Einsatz von Maklern beim Zustandekommen von weltweiten Geschäften gängig und gewöhnlich“, wie die Tageszeitung Valor Econômico in ihrer Sonntagsausgabe (25.5.) zitiert.

Des Weiteren stellte Maersk klar, dass das Unternehmen keine Vereinbarung mit dem beschuldigten Paulo Roberto Costa gehabt habe, sondern seine Geschäfte über die Vermittlungsagentur Gandra geführt und auf Rechnung gezahlt habe. Laut der Zeitschrift Época sei dieser ein enger Freund des ehemaligen Petrobras-Chefs gewesen. Der Fall landete jetzt vor dem Obersten Gerichtshof in Brasilien. Der Bundesrichter Sérgio Moro entließ den Beschuldigten Paulo Roberto Costa aus der Untersuchungshaft.

Maersk und Petrobras arbeiten seit vielen Jahren zusammen. Erst kürzlich wurde ein neuer Vertrag in Höhe von 300 Millionen US-Dollar vereinbart, nach dem Maersk zwölf weitere Schiffe in den Dienst von Petrobras stellt (BrasilNews berichtete, 5.5.2014). (ms)