Der brasilianische Finanzminister in der Wirtschaftskommission des Senats / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Finanzminister in der Wirtschaftskommission des Senats / Copyright: Agência Brasil

Dass 2012 das Jahr der Herausforderungen wird, dies glaubt zumindest der brasilianische Finanzminister Guido Mantega. Auf einer Sitzung der Wirtschaftskommission des Senats zeichnete er ein Panorama der Schwierigkeiten, mit denen sich Brasilien derzeit konfrontiert sieht. Vor allem strich Guido Mantega die schwierige globale Lage heraus, in der sich Brasilien seit 2011 befinde. Er zeigte sich allerdings mit dem erreichten Wirtschaftswachstum von 2,7 Prozent in 2011 zufrieden und strich in diesem Zusammenhang das Wachstum am Arbeitsmarkt heraus. Auch die Situation, dass Brasilien derzeit weltweit zu einem der wenigen Länder gehört, die Wirtschaftswachstum mit einem Wachstum an Arbeitsplätzen und steigenden Löhnen verbinde, betonte der brasilianische Finanzminister in seiner Rede vor der Kommission.

Gleichzeitig verteidigte der Minister wegen dieser Erfolge die Fiskalpolitik der brasilianischen Regierung. Die Ausgaben welche mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen, seien notwendig, um der Krise staatlicherseits zu begegnen, so Guido Mantega. Zur Absenkung der Leitzinsen, wie in der letzten Woche durch das geldpolitische Komitee der Zentralbank geschehen, äußerte sich der Finanzminister ebenfalls positiv. Diese geldpolitische Maßnahme führe nach Ansicht Guido Mantegas dazu, dass Brasilien auf dem Weg ist eine normale Zinshöhe zu erreichen.

Angesprochen auf den Verdacht von Unregelmäßigkeiten in der Zentralbank äußerte sich Guido Mantega zurückhaltend. Er verwies auf die Möglichkeit eine Untersuchungskommission, die im Finanzministerium hierzu sofort eingerichtet würde, falls jemand eine offizielle Anzeige zu diesem Fall mache. Die Zeitung Folha de São Paulo hatte Ende Januar berichtet, dass der Chef der Zentralbank, Luiz Felipe Denucci, 25 Millionen US-Dollar (ca. 19 Millionen Euro) an zwei Firmen im Ausland angewiesen habe, die seinen beiden Kindern gehören. (mas)