Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega nahm gestern (12.10.) an der Vorversammlung des Wirtschaftsgipfels der G20 (die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer) in Paris teil, bei der Minister und Präsidenten der Zentralbanken der G20 anwesend waren. Am dritten und vierten November wird der Wirtschaftsgipfel der G20 in Cannes (Frankreich) stattfinden. Bei der Vorversammlung sollte noch einmal die Rolle des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise diskutiert werden.

Letzten Monat beim Treffen der BRICS-Staaten (Gruppe, die die Länder Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika vereint) in den USA verteidigte Mantega die Stärkung des IWF. Man hätte nun bessere finanzielle Voraussetzungen, um mit den Problemen umzugehen, die durch die Wirtschaftskrise entstanden seien. Denn von den Auswirkungen der Krise könnten nicht nur die fortschrittlichsten, sondern auch die schwächsten Länder betroffen sein.

Bereits am Montag (10.10.) bestätigte Mantega bei einem Zusammentreffen mit der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff, dass das Thema der Rolle des IWF bei der Vorversammlung der G20 in Paris diskutiert werden könne. Des Weiteren kritisierte er, dass Europa zu lange warte, bis Maßnahmen zur Bekämpfung der Krise eingeleitet werden. Laut Mantega müsse schnellstmöglich mit der derzeitigen Situation umgegangen werden, bevor die Krise so schwerwiegend wird, dass Banken und Länder großen Schaden davontragen und sich das Szenario von 2008 wiederholt.

Der brasilianische Finanzminister wies weiterhin auf das Risiko hin, dass die Krise den weltweiten Handel beeinflussen könne, so wären auch Schwellenländer wie China betroffen. Seiner Meinung nach hätte eine mögliche Verzögerung im Wachstum Chinas Auswirkungen auf die Exporte Brasiliens.

Heute wohnt Mantega einer Koordinierungsversammlung mit dem brasilianischen G20-Komitee bei, morgen ist ein Treffen mit dem französischen Wirtschaftsminister François Baroin geplant. Danach nimmt er an einem Abendessen mit den Finanzministern und Präsidenten der Zentralbanken der G20 teil. Am Samstag steht ein weiteres Treffen mit den Teilnehmern der G20 im Ministerium für Wirtschaft, Finanzen und Industrie in Frankreich auf der Tagesordnung. Am Sonntag wird Mantega dann nach Brasilien zurückfliegen. (ds)