Ein-Real-Münze / Copyright: Wikipedia, GNU, Numizmat 675

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Brasilien verkündete Maßnahmen, um die steigende Aufwertung des Real zu verhindern. Dazu zählen die Besteuerung von Wechselkurs-Positionen auf den Terminmärkten, wenn Investoren dabei auf weitere Stärkung des Real setzen. Außerdem solle der nationale Währungsrat (Conselho Monetário Nacional, kurz: CMN), der zum Finanzministerium gehört, in Zukunft stärker in den Derivatemarkt eingreifen.

Wenn nötig, könnte der nationale Währungsrat autonom die Garantieeinlagen auf Wechselkurs-Derivate auf bis zu 25% erhöhen. Damit greife die Regierung auf den Terminmarkt ein, der für die Kursentwicklung entscheidend sei.

Diese Maßnahmen seien durch die zunehmende Aufwertung des Real notwendig geworden. Im Gegensatz zum Real verlor der Dollar stark an Wert, dieses Jahr seien es bereits 7,7%.

Letzten Freitag bekundete die Präsidentin Dilma Rousseff, sie wolle bislang noch nicht gegen die Stärke des Real vorgehen, solange unklar sei, welche Auswirkungen die Krise Europas und die Verschuldung der USA hätten. Jedoch kündigte der Finanzminister Guido Mantega bereits Anfang der Woche die genannten Maßnahmen gegen die Aufwertung des Real an, da man befürchtete, dass sich die Situation noch drastisch verschlimmern könne. Mit den Finanzsteuern wolle Mantega derzeit verhindern, dass ausländische Anleger Zinsarbitrage-Geschäfte abschließen. Der Leitzins (mit 12,5%) und die Inflation (mit rund 6%) seien im Moment sehr hoch. Das begünstige die Attraktivität des Realzins mit 6% im Vergleich zu anderen Währungen. (ds)