Immer mehr brasilianische Unternehmen beklagten einen Mangel an Fachkräften. Diese fehlen technischen Bereich und Managementbereichen. / Copyright: WikiCommons CC-BY-SA-2.0-DE
Immer mehr brasilianische Unternehmen beklagten einen Mangel an Fachkräften. Diese fehlen technischen Bereich und Managementbereichen. / Copyright: WikiCommons CC-BY-SA-2.0-DE

Immer mehr brasilianische Unternehmen beklagen einen Mangel an Fachkräften. Sie fehlen in der Technik und im Management. / Copyright: WikiCommons CC-BY-SA-2.0-DE

Brasilianischen Unternehmen fehlen die Fachkräfte. Laut einer aktuellen Studie der Hochschule für Wirtschaft Fundação Dom Cabral haben 91 Prozent der führenden Unternehmen im Land Probleme, ihre Stellen mit qualifiziertem Personal zu besetzen. Die zunehmend fachspezifische Ausrichtung vieler Stellen bedeutet für viele Bewerber Schwierigkeiten. Vor allem die Bedienung so genannter ultramoderner Geräte und Maschinen sowie die Globalisierung der Geschäftswelt stellten viele Kandidaten vor Probleme, wie die Online-Ausgabe der Tageszeitung Estado de São Paulo vom gestrigen Sonntag (12.01.) berichtet.

Laut der Studie seien insbesondere die Arbeitsfelder Einkauf, Techniker, höhere Verwaltungsangestellte, Projektleiter und Facharbeiter von Personalproblemen betroffen. Die Mehrheit der befragten Unternehmen beklagt demnach den Mangel an Fachkräften für besondere Aufgaben und Funktionen. Bei den Kandidaten fehle häufig ein globaler Blick, es hapere an der Grundausbildung und an ausreichenden Englischkenntnissen.

Um  gegen den Mangel an Fachkräften vorzugehen, versuchen die Unternehmen qualifiziertes Personal vor allem mit besonderen Arbeitsplatzvorteilen, viel versprechenden Karrierechancen und besonderen Weiterbildungsmöglichkeiten zu gewinnen. Dennoch sehen sich die meisten gezwungen bei der Besetzung von Stellen Abstriche zu machen. Im technischen Bereich mussten fast 60 Prozent die Stellenqualifikationen reduzieren, im höheren Leitungsbereich waren es rund 46 Prozent, recherchierte die Tageszeitung.

Der Leiter der Studie Prof. Dr. Paulo Resende zeigte sich angesichts der Lage pessimistisch. „Die Frage der Arbeitskraft hat sich für Brasilien zu einer Kernfrage entwickelt, ohne Ausblick auf kurz- oder mittelfristige Besserung“, wie Resende im Estado de São Paulo zitiert wird. Für die Studie sind 167 führende Unternehmensgruppen befragt worden. Zusammen erwirtschafteten sie mit mehr als einer Million Arbeitskräften 23 Prozent des BIP Brasiliens. (ms)