In São Paulo brauchen Firmen 2600 Stunden pro Jahr für Steuerangelegenheiten. / Copyright: Wikimedia Commons, Mariordo

Mehr als die Hälfte der in Brasilien gegründeten Unternehmen muss nach vier Jahren wieder schließen, wie Daten des brasilianischen Statistikamtes IBGE zeigen. Von 694.000 Unternehmen, die 2009 eröffnet wurden, waren nur 47,5 Prozent 2013 noch aktiv. Nach dem ersten Jahr mussten bereits 158.000 schließen.

„Wir wissen, dass 2009 ein sehr kritisches Jahr nach der Krise war und das ein Teil der Firmen nur schlechte Leistungen erzielen konnte. Aber die Studie hat sich nicht auf diese Bewertung beschränkt“, sagt Francisco Marta, Wissenschaftler am IGBE und Verantwortlicher der Studie.

Ein Geschäft zu eröffnen und dann später doch wieder schließen zu müssen, ist das Leben von Unternehmern, schreibt dazu der Valor Econômico. Eine schlechte Buchführung, mangelhafte Businesspläne und Fehler bei der Unternehmensführung sind Gründe dafür, warum Unternehmen nur kurze Zeit bestehen können. Die Studie gibt dabei keine Detailinformationen zu den Gründen der vielen Unternehmensschließungen, doch Probleme mit Bürokratiehürden und hohen Abgabelasten wurden demnach von vielen Befragten genannt.

Laut dem Wettbewerbsbericht „Doing Business“ der Weltbank wendet eine Firma in São Paulo pro Jahr 2.600 Stunden für die Zahlung seiner Abgaben auf. Im Durchschnitt der Länder Lateinamerikas sind es 365 Stunden. (ls)

Quelle: Valor Econômico