Copyright: IPEA

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Nach einer Studie des brasilianischen Instituts für Angewandte Wirtschaftsforschung (Instituto de Pesquisa Econômica Aplicada, kurz: IPEA) wurden im Dienstleistungssektor im letzten Jahrzehnt immer mehr Arbeitsplätze geschaffen. Von 2,1 Mio. Arbeitsplätzen bekamen durchschnittlich 1,9 Mio. monatlich ein Gehalt von bis zum 1,5-fachen des gesetzlich geregelten Mindestlohns.

Im Gegensatz zu diesem Zuwachs verzeichnete man einen Rückgang in den Sektoren Landwirtschaft und Industrie. Laut IPEA wurden in der Industrie im letzten Jahrzehnt 5,1 Mio. Arbeitsplätze geschaffen, was eine geringere Zahl im Vergleich zum vorherigen Jahrzehnt darstellt. In der Landwirtschaft schuf man 2,7 Mio. Arbeitsplätze weniger.

Brasiliens Arbeitsmarkt würde im Dienstleistungssektor immer mehr boomen, so Marcio Pochmann, Präsident des IPEA . Die Wirtschaft stelle im Allgemeinen keine hohen Gehälter bereit. Dies wäre zum Teil mit der fehlenden Qualifikation von Arbeitskräften zu begründen, aber auch mit der geringen Investition von Firmen in Technologien. Gleichzeitig bedeute die Vergabe von Arbeitsplätzen mit niedrigen Gehältern aber auch den Rückgang der Armut. So beschäftige man hauptsächlich Personen in den unteren Schichten der Bevölkerungspyramide. Fraglich sei jedoch, ob diese Entwicklung weiter gehalten werden könne. Man müsse gegebenenfalls an alternative Maßnahmen denken, so Pochmann. (ds)