Während das Müllaufkommen steigt, verbessert sich die Müllabfuhr nur wenig. / Copyright: Wikimedia Commons, Marcello Casal Jr./Agência Brasil

Das Müllaufkommen in Brasilien ist zwischen den Jahren 2003 und 2014 um 29 Prozent angestiegen, was etwa fünf Mal der Wachstumsrate der Bevölkerung in diesem Zeitraum von sechs Prozent entspricht. Das geht aus einem Bericht des brasilianischen Verbands der Unternehmen für öffentliche Sauberkeit (Abrelpe) hervor. Die Menge des Abfalls, der fachgerecht entsorgt wird, steht dabei aber nach wie vor in keinem angemessenen Verhältnis zum Anstieg des Müllaufkommens. Im vergangenen Jahr wurden nur 58,4 Prozent des Gesamtmülls auf Mülldeponien gefahren.

Mehr als 41 Prozent der 78,9 Millionen Tonnen an Abfall, die im vergangenen Jahr im Land anfielen, sind auf Müllkippen und kontrollierten Deponien gelandet. Laut dem Verband Abrelpe sind diese Orte allerdings nicht passend und bringen die Umwelt und Gesundheit der Menschen in Gefahr. Für den Bericht wurden 400 Gemeinden befragt, was 91,7 Millionen Brasilianern entspricht. Pro Tag produziert der Brasilianer im Durchschnitt 1,062 Kilo an Müll.

Die Daten belegen, dass mehr als 78 Millionen der Brasilianer, oder 38,5 Prozent der Bevölkerung Brasiliens, keinen Zugang zu einer angemessenen Dienstleistung zur Abfallentsorgung haben. Zudem haben mehr als 20 Millionen Menschen keine regelmäßige Müllabfuhr, da etwa 10 Prozent der erzeugten Abfälle nicht eingesammelt werden. Zwischen 2013 und 2014 stieg das Abfallvolumen um 2,9 Prozent an, die Sammlung von Abfällen wiederum verbesserte sich nur um 3,2 Prozent. (ls)

Quelle: Agência Brasil