Merck Stammsitz in Dresden / Copyright: Merck KGaA

Merck Stammsitz in Dresden / Copyright: Merck KGaA

Das deutschstämmige Pharmaunternehmen Merck hat sich durch den Eintritt in ein Joint-Venture den Zutritt zum brasilianischen Markt verschafft. Gegründet wird das Joint-Venture mit einer Mehrheit von 51 Prozent durch Merck und 49 Prozent durch Supera Farma Laboratories S.A. (SFL). Die brasilianische SFL wiederum ist selbst ein Zusammenschluss aus den Pharmaunternehmen Cristália und Eurofarma. Beide Unternehmen haben ihren Sitz und Ursprung in Brasilien und bedienen überwiegend den brasilianisch-lateinamerikanischen Markt mit ihren Produkten.

Den Einstieg will das neue Joint-Venture zunächst mit rund 30 Produkten schaffen, die viele medizinische Bereiche abdecken. Hergestellt werden sollen nicht nur eigene Entwicklungen aus den Stammhäusern, sondern auch Generika. Dabei bleiben die Geschäfte der beiden ursprünglich brasilianischen Mutterkonzerne Cristália und Eurofarm unangetastet. Auch eine Zusammenarbeit im Bereich des Vertriebs soll es nicht geben. Lediglich die gegebene Infrastruktur durch die brasilianischen Mutterkonzerne will man für die Ausbildung und Weiterbildung der neuen Mitarbeiter nutzen.

Für Merck bedeutet dieses Joint-Venture einen sehr einfachen Einstieg in einen neuen Markt, mit dem es seinen bereits eingeschlagenen Expansionskurs in neu zu erschließende Märkte fortsetzen kann. Aber auch die Anteilseigner von SFL profitieren von diesem Zusammenschluss. Sie erhoffen sich vor allem Übertragungseffekte im Bereich der Innovationen, bei denen Merck attraktiv für die beiden Partner ist. Die genauen Regelungen müssen allerdings noch in einer Vereinbarung im Laufe des Jahres 2012 festgehalten werden. Bisher ist man sich zwar einig, dass die Führungsebene mit Führungskräften aus den drei Unternehmen besetzt werden soll, einige Details des neuen Joint-Ventures sind aber noch offen. (mas)