Bislang haben die jahrelangen Verhandlungen kein Ergebnis gebracht. / Copyright: Wikimedia Commons, Martina Nolte

Mit dem Beginn des letzten Quartals dieses Jahres beginnt die Frist für den Mercosur und die Europäische Union, um die Angebote für das gemeinsame Abkommen für eine freie Handelszone zwischen den beiden Wirtschaftsblöcken auszutauschen. Die letzten drei Monate dieses Jahres sind der vereinbarte Zeitraum mit den Europäern für die gegenseitige Präsentation der Listen der Produkte, die für die Null-Tarif-Zone gelten sollen. Am Donnerstag (1.10) und Freitag (2.10) haben die Delegationen des Mercosur und der EU in Paraguay die letzten Details besprochen.

Laut dem brasilianischen Außenministerium liegt es jetzt an den Wirtschaftsministern des Mercosur, die Ergebnisse der Treffen zu bewerten und zu entscheiden, wann der Austausch stattfinden soll. Der Minister für Entwicklung, Industrie und Außenhandel, Armando Monteiro, setzte sich für einen Austausch der Vorschläge noch im Oktober ein. Die Verhandlungen über ein Abkommen zwischen dem Mercosur und der Europäischen Union begannen in den späten 1990er Jahren, und sind seitdem ohne wirkliche Ergebnisse vorangeschritten.

2004 kam es zum Austausch von Angeboten zwischen den Blöcken, was aber nicht in einem gemeinsamen Abkommen mündete. 2010 wurden die Verhandlungen wieder aufgenommen, aber der Austausch von Angeboten, geplant für 2013, wurde nicht umgesetzt.

Nach der Bewertung von Antônio Jorge Ramalho, Professor am Institut für Internationale Beziehungen an der Universität von Brasília, ist das Abkommen zwischen dem Mercosur und der EU positiv und notwendig für die lateinamerikanischen Länder. „Auf der einen Seite müssen sich die Märkte öffnen, um auf mittlere und lange Sicht die Preise und den Inflationsdruck in den Wirtschaften des Mercosur zu senken. Auf der anderen Seite geht es darum, die lokalen Industrien wettbewerbsfähiger zu machen.“ (ls)

Quelle: Agência Brasil