Präsident von Microsoft Brasil Michel Levy und Sekretär des Ministeriums für Wissenschaft und Technik Luiz Elias / Copyright: Agência Brasil

Präsident von Microsoft Brasil Michel Levy und Sekretär des Ministeriums für Wissenschaft und Technik Luiz Elias / Copyright: Agência Brasil

Im brasilianischen Manaus (Bundesstaat Amazonas) werden in Zukunft 17.000 Spielekonsolen der Firma Microsoft pro Woche produziert. Das Produkt gehört zu der Reihe der Konsole Xbox 360 und wird von dem chinesischen Hersteller elektronischer Produkte Flextronics produziert. Dies wurde gestern (27.09.) im brasilianischen Ministerium für Wissenschaft, Technik und Innovation mitgeteilt.

Die Produktion der Spielkonsole Xbox 360 in Brasilien verspricht dem Konsumenten eine Preisreduzierung von 40 Prozent. Das Produkt wird ab dem fünften Oktober erhältlich sein.

Die Regierung habe für die Entwicklung von IT-Produkten in Brasilien verschiedene Steuerquellen genutzt, so das Gesetz Lei do Bem („Güter-Gesetz“), Lei de Informática („Informatik-Gesetz“) sowie das Programm Brasil Maior („Größeres Brasilien“).

Brasilien muss nach Industrieaktivitäten für die Zukunft suchen, so Virgílio Almeida, Sekretär der IT-Politik. Das Land habe generell Interesse an Investitionen in diesem Bereich, so wie an Investitionen in die Spieleindustrie. Das würde das Schaffen von Arbeitsplätzen ankurbeln und vor allem junge, qualifizierte Arbeitskräfte anziehen. Der IT-Sektor stehe für Innovation und neue Herausforderungen, so Almeida.

Zusammen mit Microsoft möchte die Regierung das sogenannte IT-Ecosystem entwickeln. Dabei handele es sich darum, verstärkt Arbeitskräfte für das Schaffen von Software, Grafikdesign und interaktiven Technologien auszubilden. Hierbei könnte auch das Programm „Wissenschaft ohne Grenzen“ (Ciências sem Fronteiras) gefördert werden.

Außer der Partnerschaft mit Microsoft und Flextronics kündigte die Regierung an, die Forschungszentren der Firmen General Eletric und IBM nach Brasilien zu bringen.

Luiz Antônio Elias, Sekretär des Ministeriums für Wissenschaft, Technik und Innovation, zufolge, seien die Geschäfte in Brasilien noch abhängig von der Entscheidung der ausländischen Firmen, sich in Brasilien niederzulassen.

Das Defizit in der Handelsbilanz für IT-Produkte sowie Produkte der Telekommunikation lag im letzten Jahr bei 19 Milliarden US-Dollar. Die Investitionen in Forschung und Entwicklung dieses Sektors liegen in Brasilien bei rund 0,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (Daten von 2005). Im globalen IT-Ranking, welches gestern veröffentlicht wurde, steht Brasilien an 39. Stelle der Wettbewerbsfähigkeit im IT-Bereich. (ds)